Deutschland
Gesundheitsfinanzierung: Grünen-Kanzlerkandidat will an Kapitalerträge gehen
Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck bekommt viel Gegenwind für seinen Vorstoß, zur Finanzierung der Krankenversicherung auch Kapitaleinkünfte heranzuziehen. Doch bei Ökonomen erntet er ein geteiltes Echo.
Der Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck will neue Quellen für die Gesundheitsfinanzierung erschließen Foto: AFP/Daniel Roland
Es ist ein kurzer, harter Wahlkampf – und wer sich in diesen wenigen Wochen bis zur Bundestagswahl am 23. Februar weit nach vorne wagt, hat schon fast verloren. Mit seinem Vorstoß, künftig auch Kapitalerträge zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) heranzuziehen, ist Grünen-Spitzenkandidat Robert Habeck dieses Risiko eingegangen. „Wir würden gern die Beitragsgrundlage erhöhen“, hatte er am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ gesagt. Habeck kritisierte, dass Kapitalerträge bislang von Sozialversicherungsbeiträgen freigestellt seien. Arbeitslöhne würden dadurch stärker belastet als Kapitalerträge. „Deswegen schlagen wir vor, dass wir auch diese Einkommensquellen (...) sozialversicherungspflichtig machen“, sagte er. Das sei ein Schritt zu mehr Solidarität innerhalb des Systems.