Iran-Krieg
G7 finden überraschend gemeinsame Linie
Erst Kritik aus den USA, doch nach dem G7-Treffen in Frankreich gibt es überraschend eine Erklärung aller Minister.
US-Außenminister Marco Rubio bei seiner Ankunft beim G7-Treffen in Frankreich AFP
Trotz Kritik aus den USA an den europäischen Partnern haben die G7-Außenminister eine gemeinsame Linie zum Iran-Krieg gefunden. Überraschend einigten sich die Minister zum Abschluss ihres Treffens in der Nähe von Paris auf eine gemeinsame Erklärung zum Iran. Sie forderten darin unter anderem den Schutz von Zivilisten.
Zur „Gruppe der Sieben“ gehören neben Deutschland auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA. US-Außenminister Marco Rubio war im Gegensatz zu seinen Kollegen erst in der Nacht zum zweiten und letzten Tag des Treffens angereist.
G7 fordern Ende von Angriffen auf zivile Ziele
In der überraschend veröffentlichten und eher kurz gehaltenen gemeinsamen Erklärung zum Iran forderten die G7-Außenminister ein sofortiges Ende von Angriffen auf zivile Infrastruktur. Es könne keine Rechtfertigung für vorsätzliche Angriffe auf Zivilisten geben. Nach rein französischer Darstellung geht es auch explizit um den Schutz ziviler Energieinfrastruktur.
In der Erklärung betonten die Außenminister auch, dass es aus ihrer Sicht absolut notwendig sei, den freien Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus dauerhaft wiederherzustellen. Diese müsse sicher und gebührenfrei sein. Die Straße von Hormus, eine für den weltweiten Öl- und Gashandel immens wichtige Transportroute, liegt direkt vor der Küste des Irans. Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf die Islamische Republik fordert der Iran Schiffe in der Meerenge per Funk auf, diese nicht zu passieren.
Von einer gemeinsamen Erklärung war vor dem Treffen keine Rede gewesen. Es werde lediglich eine Mitteilung des französischen G7-Vorsitzes geben, hatte es aus Frankreich geheißen.
Noch vor seiner Ankunft beim G7-Treffen in Vaux-de-Cernay hatte US-Außenminister Rubio Kritik an Europäern im Iran-Krieg unterstrichen. Dort kann man sich aber auf eine gemeinsame Linie verständigen.