Analyse

Experten rätseln: Hilft Putin Iran im Krieg gegen die Amerikaner?

Über das Kaspische Meer werden immer mehr Waren – und offenbar auch Waffen – geliefert. Wie Teheran versucht, Sanktionen zu umgehen.

Ein Auszug eines Videos des US Central Command: Das Kommando will seine Seeblockade gegen Iran durchsetzen – doch es gibt Wege, das Embargo zu umgehen

Ein Auszug eines Videos des US Central Command: Das Kommando will seine Seeblockade gegen Iran durchsetzen – doch es gibt Wege, das Embargo zu umgehen Foto: AFP Photo/US Central Command (Centcom)

Berlin. Ein Alarmruf aus Kiew schlägt international Wellen. Politik- und Militärexperten fragen sich: Ist Russland direkt oder indirekt in den Iran-Krieg verwickelt? Am Samstag attackierte die Ukraine einen iranischen Frachter im Kaspischen Meer, ein Matrose kam dabei ums Leben. Nach Angaben aus Kiew hatte das Schiff militärische Güter geladen, wobei offenblieb, in welcher Richtung es unterwegs war. Iran und Russland betonten hingegen, dass nur zivile Waren an Bord gewesen seien. Das Außenministerium in Moskau erklärte, dass der Frachter vom russischen Hafen in Astrachan Kurs auf Iran genommen habe. Sowohl Russland als auch Iran grenzen an das größte Binnengewässer der Erde.

Seit der De-facto-Schließung der Straße von Hormus und der US-Seeblockade gegen Iran spielt das Kaspische Meer eine immer größere Rolle – auch mit Blick auf Waffen. Russland liefere auf dem Seeweg Drohnenkomponenten an Iran, berichteten amerikanische Regierungsbeamte. Damit solle das im Krieg um rund 60 Prozent dezimierte iranische Drohnenarsenal wieder aufgebaut werden. „Das Kaspische Meer ist die Hauptroute für den Waffentransport zwischen Russland und Iran in beide Richtungen. Bislang galt es als relativ sicher vor ukrainischen Angriffen, obwohl die Ukraine zuvor bereits Langstrecken-Drohnen eingesetzt hatte, um die russische Flottille im Kaspischen Meer zu treffen“, sagte John Lough von der Londoner Denkfabrik New Eurasian Strategies Centre dem Tageblatt. Russland und Iran haben seit 2025 einen Vertrag über strategische Partnerschaft, der militärische Zusammenarbeit miteinschließt. 2022 hatten die Außenminister beider Länder bereits eine Vereinbarung unterzeichnet, die gegenseitige Hilfe bei der Umgehung von Sanktionen vorsah.

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