Neue ECFR-Umfrage
Europa traut Amerika nicht mehr – will die USA aber (noch) nicht abschreiben
Europa ist misstrauischer geworden – gegenüber Washington, Moskau und einfachen Antworten. Eine neue ECFR-Umfrage in 15 Staaten zeigt, wo die Bürger mehr Eigenständigkeit wollen. Und wo die Zustimmung schnell kippen könnte.
Wandel unter Trump: In vielen Ländern Europas wird die Ukraine inzwischen positiver gesehen als die USA Foto: AFP/Saul Loeb
Europas Öffentlichkeit ist nüchterner geworden. Und misstrauischer. Das ist die zentrale Botschaft einer neuen Umfrage des European Council on Foreign Relations (ECFR). Der ECFR hat Bürgerinnen und Bürger in 15 europäischen Ländern befragt. Luxemburg war nicht darunter. Das Vertrauen in die USA ist deutlich gesunken. Gleichzeitig ziehen die Befragten daraus keine radikale Schlussfolgerung. Sie wollen mehr europäische Eigenständigkeit. Aber sie wollen die Tür zu Washington nicht zuschlagen.
Die ECFR-Forschenden Jana Kobzova und Pawel Zerka sehen in dieser neuen europäischen Nüchternheit zugleich eine Chance und ein Risiko. Einerseits verschaffe sie Regierungen politischen Spielraum. Andererseits müsse dieser Spielraum auch genutzt werden. Der Meinungsumschwung in Europa verlange schnelle und konkrete Politik. „Die Uhr tickt“, schreiben Kobzova und Zerka.