Nach Todesfall in Kalabrien
Vorwürfe neu bewertet: Ein Bruder in Untersuchungshaft, der andere kommt wieder frei
Nach dem tödlichen Vorfall vor einer Diskothek hat die Justiz die Vorwürfe gegen die zwei Verdächtigen aus Luxemburg neu bewertet. Während der 22-jährige Hauptbeschuldigte in Untersuchungshaft muss, kommt sein älterer Bruder wieder frei.
Zwei Brüder aus Luxemburger stehen unter Verdacht, einen 34-jährigen Sicherheitsbeauftragten einer Diskothek in Italien tödlich verletzt zu haben Arne Dedert/dpa
Die Ermittlungen bezüglich des tragischen Todes von Antonio Perrotta in der Nacht vom 9. auf den 10. August nehmen am Freitag eine neue Wendung: Die Untersuchungsrichterin des Gerichts von Paola hat den ursprünglichen Vorwurf des gemeinschaftlich begangenen vorsätzlichen Mordes in fahrlässigen Totschlag umgewandelt, wie Il Quotidiano del Sud am Freitag berichtet.
Doch keine Fluchtgefahr
Darüber hinaus habe sie für den 22-jährigen Beschuldigten aus Luxemburg Untersuchungshaft angeordnet, während sie die Freilassung seines 24-jährigen Bruders angeordnet habe. Die Richterin habe die von den Carabinieri am 11. August angeordnete Festnahme nicht bestätigt, da sie keine Fluchtgefahr gesehen habe.
Die Mutter der beiden Tatverdächtigen widerspricht gegenüber Virgule.lu den Gerüchten, dass ihre Söhne bereits Anfang der Woche abreisen wollten. Die Rückflugtickets seien bereits vor der tödlichen Auseinandersetzung gebucht gewesen. Ihr jüngerer Sohn habe ein Rückflugticket für den 17. August gebucht, da er am 19. August seinen Arbeitsvertrag beim Luxemburger Rugby‑Verband unterschreiben sollte. Sein älterer Bruder sollte hingegen am 18. August seine Arbeit wieder aufnehmen.
Was war passiert?
Nach einem tödlichen Vorfall vor der Diskothek „Il Castello“ in Sangineto (Kalabrien) sind zwei in Luxemburg lebende Brüder (22 und 24 Jahre alt) von den italienischen Behörden festgenommen worden. Der jüngere der beiden ist Spieler der Luxemburger Rugby-Nationalmannschaft. Den Beschuldigten, die ursprünglich aus der Region stammen, wurde ursprünglich Totschlag vorgeworfen. Ermittler befürchteten zudem, dass Fluchtgefahr bestehe, da sie bereits Rückreisetickets nach Luxemburg gebucht hatten.
Nach Medienberichten hatten sich die Brüder am Samstagabend über einen Nebeneingang ohne Ticket Zutritt zum Club verschafft. Als das Sicherheitspersonal sie aufforderte zu gehen, verlagerte sich der Streit auf den Parkplatz. Dort soll der 34-jährige Familienvater Antonio Perrotta mit Schlägen und Tritten attackiert worden sein. Trotz einer Not-Operation erlag er am Sonntagmorgen seinen schweren Kopfverletzungen.
Verdächtige identifiziert
Die Ermittler identifizierten die Verdächtigen mithilfe von Videoaufnahmen und stellten in deren Wohnung verfängliche Kleidung sicher. Vor Ort stießen die Beamten jedoch auf eine Mauer des Schweigens unter den Zeugen. Bei der Vernehmung verweigerten die Brüder zunächst die Aussage. Vor dem Ermittlungsrichter gab der Ältere schließlich an, dass sein jüngerer Bruder das Opfer mit einem Faustschlag getroffen habe. Eine Obduktion soll die genaue Todesursache klären. (WiR)