Österreich
Ein Jahr nach dem Megaskandal Ibizagate verkündet Strache sein Populisten-Comeback
Als hätte er nicht einen Jahrhundertskandal zu verantworten, feiert Heinz Christian Strache ein Jahr nach Ibizagate an der Spitze einer neuen Partei sein Comeback als Rächer der Enterbten.
Heinz-Christian Strache hält nicht viel von Reumütigkeit, zelebriert sich weiter als Opfer und versucht, trotz erwiesener Korruptionsbereitschaft, wieder ein öffentliches Amt zu erlangen Foto: dpa/APA/Roland Schlager
Die Videoaufzeichnung von der feuchtfröhlichen Party ging am 17. Mai 2019 um die Welt. Sie zeigt, wie FPÖ-Chef Strache und sein Parteifreund Johann Gudenus mit der vermeintlichen Nichte eines russischen Oligarchen in einer Luxusvilla auf Ibiza das Fell des Bären aufteilen, den die Rechtspopulisten nach der Wahl im Oktober 2017 mit der Kür von ÖVP-Chef Sebastian Kurz zum Kanzler erlegen sollten. Da wird detailliert besprochen, wie die angebliche Milliardärin an Rechnungshof und Parteiengesetz vorbei Millionen in die Kassen FPÖ-naher Vereine pumpen und über Staatsaufträge für einen noch zu gründenden Baukonzern retour fließen lassen könnte. Auch ein Einstieg ins einflussreichste Medium des Landes, die Kronen Zeitung, wird der feschen Blondine schmackhaft gemacht. Und wenn die Russin dort das Sagen hätte, könnte die damals ohnehin nicht FPÖ-feindliche Krone hundertprozentig auf Linie gebracht werden. Einen ORF-Kanal könnte man ebenso privatisieren wie Teile der öffentlichen Wasserversorgung. Nach einem Wahlsieg der FPÖ könne man „über alles reden“, eröffnet Strache seiner Gastgeberin glänzende Korruptionsperspektiven.