Venezuela
Dutzende Menschen bei US-Militäreinsatz getötet
Bei dem US-Militäreinsatz in Venezuela sind dutzende Menschen getötet worden.
Die Flaggen Venezuelas und Kubas: Kubanische Sicherheitskräfte waren an den Kampfhandlungen in Venezuela beteiligt Foto: Ringo Chiu/AFP
„Infolge des kriminellen Angriffs der US-Regierung“ auf Venezuela seien „32 Kubaner bei Kampfhandlungen ums Leben gekommen“, erklärte die Regierung in Havanna am Sonntag (Ortszeit) im Staatsfernsehen. Caracas zufolge wurden zudem Armeeangehörige und Zivilisten getötet, eine Ärzteorganisation in Venezuela berichtete der Nachrichtenagentur AFP von rund 70 Toten und 90 Verletzten. Der von den US-Streitkräften gefangen genommene Staatschef Venezuelas, Nicolás Maduro, sollte am Montag einem Bundesgericht in New York vorgeführt werden. Ebenfalls in New York befasst sich der UN-Sicherheitsrat mit dem US-Militäreinsatz in Venezuela.
Von venezolanischer Seite wurden zunächst keine offiziellen Opferzahlen bekannt gegeben. Venezuelas Verteidigungsminister Vladimir Padrino López erklärte jedoch, ein „großer Teil“ von Maduros Sicherheitsteam sei „kaltblütig“ getötet worden. Außerdem seien Armeeangehörige und Zivilisten bei dem US-Einsatz gestorben. Aus Militärkreisen erfuhr AFP wiederum, dass mindestens 15 Menschen getötet worden seien.
US-Präsident Donald Trump zufolge wurden keine US-Staatsbürger bei dem Militäreinsatz getötet, dafür jedoch „viele Kubaner“. Nach der Festnahme Maduros stehe Kuba dem Zusammenbruch nahe, erklärte Trump vor Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. Militärische Maßnahmen gegenüber dem wirtschaftlich geschwächten Land ziehe er nicht in Betracht.
Der US-Militäreinsatz wurde von Kuba und weiteren engen Verbündeten Venezuelas scharf verurteilt. Peking forderte die sofortige Freilassung Maduros und bezeichnete den US-Einsatz als „eindeutige Verletzung des Völkerrechts“. Moskau und Teheran verurteilten das Vorgehen Washingtons ebenfalls. Luxemburgs Außenminister Xavier Bettel hat laut dem luxemburgischen Radiosender 100,7 vor dem außenpolitischen Parlamentsausschuss die US-Militäraktion als Bruch mit dem internationalen Recht verurteilt. Zudem habe sich der Minister über die Reaktion der EU enttäuscht gezeigt.
Die EU forderte derweil eine Einbindung der Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado in den Übergangsprozess in Venezuela. Die Ereignisse vom Wochenende böten „die Gelegenheit für einen demokratischen Übergang, angeführt vom venezolanischen Volk“, sagte Kommissionssprecherin Paula Pinho am Montag in Brüssel. Trump hatte am Samstag eine Spitzenposition für Machado im künftigen Venezuela jedoch ausgeschlossen.