Brasilien
Corona-Krise macht schlechte Arbeitsbedingungen der Krankenpfleger deutlich
40 Stunden seiner 72-Stunden-Woche hat Hans Bossan schon hinter sich. Von Kopf bis Fuß in Schutzkleidung gehüllt, läuft er von einem Krankenbett zum nächsten. Der Pfleger aus Rio de Janeiro hat drei Stellen: in zwei Krankenhäusern und einer mobilen Krankenstation. Nicht erst seit der Pandemie arbeitet Bossan so viel.
Krankenpfleger Hans Bossan bei der Arbeit im Ché-Guevara-Krankenhauses in Maricá Foto: AFP/Mauro Pimentel
Krankenschwestern und Pfleger sind in Brasilien so schlecht bezahlt, dass sie mit nur einem Job kaum eine Familie ernähren können. Im Schnitt verdienen sie 3.000 Real (540 Euro) im Monat. Die Corona-Krise macht einer breiteren Öffentlichkeit nun deutlich, wie schlecht die Arbeitsbedingungen für die Pflegekräfte sind. „Das Krankenhauspersonal war schon immer überlastet, aber die Pandemie hat alles noch schlimmer gemacht", sagt der 41-jährige Bossan.