Auch über Luxemburger Flughafen

Bande soll tonnenweise Kokain nach Europa geschmuggelt haben

Drogenfahnder haben Wohn- und Geschäftsräume in Deutschland und den Niederlanden durchsucht. Mehrere Männer wurden festgenommen. Sie sollen tonnenweise Kokain nach Europa geschmuggelt haben – auch über Luxemburg.

508 Kilo Kokain versteckt in Speisestärke am Luxemburger Flughafen, Drogenfund März 2025, Schmuggel entdeckt

508 Kilo Kokain sind im März 2025 am Luxemburger Flughafen zwischen mehreren Tonnen Speisestärke entdeckt worden Foto: Marcus Brandt/dpa

Eine Drogenbande soll mehrere Jahre lang tonnenweise Kokain über Scheinfirmen nach Europa geschmuggelt und damit Millionengewinne gemacht haben. Einen Teil davon soll sie auch über den Luxemburger Flughafen geschleust haben.

27 Wohn- und Geschäftsräume in Deutschland und den Niederlanden seien durchsucht worden, teilten die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, das Zollfahndungsamt und die Polizei mit. Dabei wurden drei Tatverdächtige im hessischen Herborn sowie in Amersfoort und Assen in den Niederlanden festgenommen.

Bei den Festgenommenen handele es sich um zwei Niederländer im Alter von 59 und 56 Jahren sowie einen 53-jährigen türkischen Staatsangehörigen. Beschuldigt seien zudem zwei weitere Menschen im Alter von 57 und 26 Jahren. Die beiden sind den Angaben zufolge aber bereits in Haft.

Kriminelle Organisation

Die Beschuldigten sollen zwischen Juni 2024 und Januar 2026 Teil einer international agierenden kriminellen Organisation gewesen sein. Diese soll Kokain im Tonnenbereich aus Südamerika über Luftfracht und Containerschiffe eingeführt haben.

Dafür sollen Mitglieder der Organisation bereits bestehende Firmen faktisch übernommen und als Scheinfirmen genutzt haben, um den illegalen Kokainschmuggel zu verschleiern, hieß es. Die Firmen hatten demnach ihren Sitz in Braunschweig und Isernhagen in Niedersachsen sowie in Karben und in Dreieich in Hessen. Als Geschäftsführer waren den Ermittlungen zufolge Strohpersonen eingesetzt, die die Kokainlieferungen koordinierten.

Drogen in Luxemburg in Speisestärke versteckt

„Allein im Zeitraum von Februar 2025 bis Januar 2026 konnten vier Kokainimporte, die mutmaßlich der kriminellen Organisation zuzuordnen sind, im Umfang von insgesamt ca. 2,5 Tonnen mit einem Straßenverkehrswert von ca. 180 Mio. Euro in Luxemburg, Kolumbien und in Hamburg durch Zoll und Polizei angehalten und sichergestellt werden“, hieß es weiter.

Der Luxemburger Zoll meldete im März 2025 einen spektakulären Fund: 508 Kilo Kokain wurden im Cargo Center des Luxemburger Flughafens gefunden. Auf Nachfrage des Tageblatt bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, dass dieses sichergestellte Kokain „Gegenstand des hier geführten Ermittlungsverfahrens“ ist. Es war der bisher größte Drogenfund im Bereich der Luftfracht in Luxemburg. Der Wert der beschlagnahmten Drogen lag bei etwa 100 Millionen Euro.

Rollenverteilung

Die Beschuldigten sollen in unterschiedlicher Besetzung für Kokainlieferungen in den europäischen Raum verantwortlich sein. Der 59-Jährige soll als Gesellschafter und Geschäftsführer von eingesetzten Scheinfirmen, der 53-Jährige als Logistiker und der 26-jährige Beschuldigte als Koordinator für die Entladung des Kokains fungiert haben.

Der in Deutschland festgenommene 53-Jährige werde einem Haftrichter vorgeführt, hieß es. Wegen der in den Niederlanden festgenommenen Beschuldigten sei ein Auslieferungsgesuch an die niederländischen Strafverfolgungsbehörden gerichtet worden.

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