Syrien
Auf den Spuren des Grauens: In Assads ehemaligem Sicherheitskomplex in Damaskus
Sleiman Kahwadschi läuft durch ein Gemäuer, das noch bis vor wenigen Tagen als ein Symbol des Schreckens galt: Der Rettungshelfer ist einer der ehemaligen Gefangenen, die nach dem Sturz von Syriens Machthaber Baschar al-Assad durch islamistische Milizen an die Stätte ihrer Leiden zurückkehren. Er sucht seine Zelle im Sicherheitsblock von Damaskus, einem großen Gebäudekomplex, wo Regimegegner verhört, gefoltert und in unterirdischen Zellen gefangen gehalten wurden.
Ein Kämpfer der Rebellen ist vor dem Gebäude-Komplex der syrischen Sicherheitsbehörden und des Verteidigungsministerium im Viertel Kafr Sousa zu sehen. Hier wurden Tausende Syrer verhört und gefoltert. Foto: Louai Beshara/AFP
2014 war Kahwadschi, wie so viele Syrer unter Assad, wegen „Terrorismus“ verurteilt worden. „Ich ging noch auf’s Gymnasium“, sagt er. „55 Tage habe ich in einem Keller verbracht. Wir waren 55 Gefangene in einem Kerker, zwei sind gestorben, einer von ihnen an Diabetes“, berichtet der junge Mann.