Hitze drückt auf Europa
Alkoholverbot bei der Fête de la musique in Frankreich, Waldbrände in Griechenland
Die Sommerhitze lässt nicht nur Luxemburg, sondern auch weite Teile Europas ächzen. Mancherorts könnten bald erstmals in diesem Jahr die 40 Grad geknackt werden.
Tanzende bei der ‚Fête de la Musique‘ in Bordeaux: In Gegenden unter rotem Hitzealarm haben die Behörde Alkoholkonsum auf öffentlichen Straßen untersagt AFP
Das große Schwitzen geht weiter: Die Sommerhitze hat nicht nur Luxemburg, sondern auch weite Teile Europas fest im Griff.
Alkoholverbot in Frankreich
Frankreich ist mit Temperaturen um die 40 Grad ebenfalls stark von der Hitzewelle betroffen. Am Montag gilt für rund die Hälfte des Landes – 49 Départements – die Hitze-Warnstufe Rot. Bereits am Sonntag rief der französische Wetterdienst Météo France für 35 Départements die höchste Stufe aus, darunter die Hauptstadt Paris.
Für diese besonders betroffenen Gebiete galt während der am Sonntag groß gefeierten „Fête de la musique“ ein Alkoholverbot auf öffentlichen Straßen, um Rettungsdienste zu entlasten. Mancherorts wurden die Feierlichkeiten zu dem Musikfest gar abgesagt.
Die Temperaturen sollen in den nächsten Tagen noch weiter klettern. Mehr als 800 Schulen sollen deswegen geschlossen bleiben und 1.800 Einrichtungen ihre Stundenpläne anpassen, wie der französische Bildungsminister Édouard Geffray laut Medien ankündigte.
27 Millionen Menschen in Spanien betroffen
Auch auf der Iberischen Halbinsel ächzt man dieser Tage unter brütender Hitze. Spanien erlebt seit Sonntag die erste offizielle Hitzewelle des Sommers. Die Wetterbehörde AEMET warnt vor hohen Gesundheitsrisiken in weiten Teilen des Landes. Betroffen sind demnach insgesamt 5.561 Gemeinden, in denen rund 27 Millionen Menschen leben – etwa 57 Prozent der Bevölkerung.
Während praktisch für die gesamte spanische Mittelmeerküste keine Warnung ausgerufen wurde, galt im Südwesten Mallorcas mit dem bei deutschen Urlaubern beliebten „Ballermann“ am Wochenende mit Temperaturen von bis zu 39 Grad Warnstufe Orange. Ein deutscher Urlauber brach am Samstag beim Stadtbummel in Palma zusammen. Der 57-Jährige habe über Atemprobleme geklagt und das Bewusstsein verloren und sei ins Krankenhaus gebracht worden, hieß es in Medienberichten, die von der örtlichen Polizei bestätigt wurden. Ab Montag soll sich die Lage auf der Insel jedoch entspannen.
37 Grad in Portugal
Auch in Portugal herrschen dieser Tage aufgrund heißer Luftmassen aus Nordafrika hochsommerliche Bedingungen mit Spitzenwerten von bis zu 37 Grad im Landesinneren. Die Regionen Bragança, Vila Real und Guarda stehen dabei unter besonderer Beobachtung des Wetterdienstes IPMA. An der Küste sollte es mit bis zu circa 30 Grad nicht ganz so heiß werden.
Die Hitze macht derzeit auch Millionen Italienern zu schaffen. In vielen Teilen des Landes kletterten die Temperaturen auf knapp 40 Grad – damit lagen sie teils bis zu 10 Grad über den typischen Durchschnittswerten für die Jahreszeit. Betroffen sind laut Meteorologen vor allem die Po-Ebene im Norden Italiens, Binnenregionen im Zentrum des Landes sowie die Mittelmeerinsel Sardinien. Die schwüle Witterung soll nach Einschätzung von Experten noch mindestens acht bis zehn Tage anhalten.
Waldbrände in Griechenland
Während große Teile Mitteleuropas unter einer frühen Hitzewelle leiden, erlebt Griechenland einen der angenehmsten Junimonate seit Jahrzehnten. Im Ballungsraum Athen stiegen die Temperaturen seit Monatsbeginn kaum über 32 Grad. Allerdings ist das Feuerrisiko beträchtlich: Durch die Trockenheit und den Wind kann sich selbst ein kleiner Brand binnen Minuten zu einem Großfeuer entwickeln. Am Wochenende kam es zu mehreren kleineren Bränden, die mit Hilfe von Löschflugzeugen und Hubschraubern rasch unter Kontrolle gebracht wurden. Der Zivilschutz warnt dennoch vor anhaltend hoher Brandgefahr.
Hitzerekorde könnte es in den kommenden Tagen auch in Großbritannien geben. Der britische Wetterdienst Met Office warnte am Sonntag vor „extremer Hitze“ bis mindestens Donnerstag in Teilen von England und Wales. Am Mittwoch und Donnerstag könnten die Temperaturen demnach mancherorts auf bis zu 38 Grad klettern. Laut Met Office ist es damit möglich, dass der bisherige Juni-Rekord von 35,6 Grad – gemessen 1976 im englischen Southampton – gebrochen werden könnte. Darüber hinaus wird mit tropischen Nächten gerechnet, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt.