Briten brauchen neuen Premierminister: So geht es weiter

Großbritanniens Premierminister Keir Starmer hat seinen Rücktritt angekündigt. Ein Nachfolger steht bereit. Noch sind aber viele Details und Formalien offen.

Andy Burnham mit Labour-Kollegen in Westminster Hall nach Sieger-Nachwahl in Makerfield bei Rückkehr ins Unterhaus

Andy Burnham mit Kollegen der Labour-Fraktion in der Westminster Hall im Parlamentsgebäude, als er nach seinem Sieg bei der Nachwahl in Makerfield ins Unterhaus zurückkehrt, um seinen Sitz einzunehmen. Yui Mok/PA Wire/dpa

Nach der Rücktrittsankündigung des britischen Premierministers Keir Starmer braucht Großbritannien einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin. Zwar steht in dem früheren Bürgermeister von Greater Manchester, Andy Burnham, bereits ein Kandidat bereit - noch sind aber mehrere Details zu klären.

So geht es in Westminster weiter:

Laut Starmer soll die Nominierungsphase für den Vorsitz der Labour-Partei am 9. Juli beginnen und bis zur Sommerpause des Parlamentes am 16. Juli abgeschlossen sein.

Bewerberinnen und Bewerber für die vakante Position des Parteivorsitzes benötigen die Unterstützung von 20 Prozent der Labour-Abgeordneten (81 Parlamentsmitglieder) sowie die Nominierung aus einzelnen Ortsverbänden und angeschlossenen Gewerkschaften, um antreten zu können.

Ohne Urabstimmung zum Vorsitzenden erklärt?

Sollte Burnham der einzige Kandidat bleiben, würde er ohne Urabstimmung der Labour-Mitglieder zum Vorsitzenden erklärt. Formal könnte er von König Charles III. dann auch schnell zum Premierminister ernannt werden – der Nachrichtenagentur PA zufolge bereits am 17. oder 18. Juli.

Sollte es weitere Bewerbungen geben, die die Voraussetzungen erfüllen, gäbe es eine Abstimmung unter den Labour-Mitgliedern. Der gesamte Prozess soll bis zum Ende der Sommerpause am 1. September abgeschlossen sein.

Charles zum viertem Mal am Zuge

König Charles III. wird in beiden Fällen die neue Parteichefin oder den neuen Parteichef formell mit der Regierungsbildung beauftragen. Wer auch immer es wird – der Monarch nimmt diese Aufgabe nach Liz Truss, Rishi Sunak und Starmer zum vierten Mal in seiner Regentschaft wahr.

In die Zeit des Umbruchs fallen wichtige internationale Termine: Beim Nato-Gipfel am 7. Juli wird britischen Medien zufolge noch Starmer als Vertreter Großbritanniens erwartet. Auch das für diesen Mittwoch geplante Treffen in Berlin von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen und Italien als Teil der Vorbereitung wird nicht infrage gestellt. Das ursprünglich für den 22. Juli geplante britisch-europäische Gipfeltreffen in Brüssel wurde indes wegen der Lage in London verschoben.

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