In den kommenden vier Tagen stehen die letzten beiden Termine der EM-Qualifikation an. Heute trifft Luxemburg auf Serbien (20.45 Uhr in Belgrad). Eine Mannschaft, gegen die die „Roten Löwen“ bereits im Hinspiel (1:3) an einer Sensation kratzten. Die Balkan-Elf will beim heutigen Geisterspiel die letzte Chance auf eine Teilnahme an der EM 2020 nutzen, während die FLF-Auswahl einen versöhnlichen Abschluss der Kampagne im Visier hat.

„Wenn ich nicht an eine Überraschung glauben würde, dann wäre ich fehl am Platz. Wiederholen wir die Leistung aus dem Hinspiel, dann ist alles möglich“, sagte Luxemburgs Nationaltrainer Luc Holtz gestern bei der offiziellen Pressekonferenz vor dem Duell gegen Serbien. Die Stunden vor dem EM-Qualifikationsspiel wird der 50-Jährige jedoch mit einigen taktischen Überlegungen verbringen. Holtz muss heute nämlich auf seine Mittelfeld-Achse verzichten. Christopher Martins (Young Boys Bern/CH) wurde nicht rechtzeitig fit und Leandro Barreiro ist nach drei Gelben Karten gesperrt.

„Ich habe noch keine Entscheidung getroffen. Fest steht, dass es zu einem Systemwechsel kommen wird“, erklärte Holtz. Chancen auf einen Einsatz als Sechser vor einem Vierer-Mittelfeld haben Chris Philipps und Aldin Skenderovic. Auch Danel Sinani, der in Belgrad zur Welt kam und sich derzeit in Topform befindet, hat gute Aussichten auf einen Platz in der Startelf.

„Man kann eine Mannschaft nicht auf ein solches Szenario vorbereiten“

In den vergangenen Tagen stand bei der Nationalmannschaft vor allem Erholung auf dem Programm, nachdem die meisten „Roten Löwen“ noch am Sonntag im Einsatz waren. „Der mentale und körperliche Zustand wird in dieser Partie ausschlaggebend sein“, prognostizierte Holtz.

Vor allem der Auftritt in einem leeren Stadion könnte zur Herausforderung werden. Die Gastgeber wurden nach wiederholten Entgleisungen ihrer Fans von der UEFA zu einem Geisterspiel verdonnert. „Eigentlich kann man eine Mannschaft nicht auf ein solches Szenario vorbereiten. Aber ich werde das Thema ansprechen. Es ist sowieso immer wichtiger, was auf dem Platz passiert als was daneben geschieht. Das leere Stadion darf keinen Einfluss auf unsere Einstellung haben“, sagte Holtz.

Probleme mit Jovic

In den serbischen Medien steht derzeit der Konflikt zwischen Nationaltrainer Ljubisa Tumbakovic und Stürmer Luka Jovic im Mittelpunkt. Der 21-jährige Stürmer von Real Madrid, der im vergangenen Sommer für 60 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt nach Spanien gewechselt war, wurde vom serbischen Auswahltrainer nicht in das Aufgebot für das Spiel gegen Luxemburg berufen. Es ist bereits das zweite Mal in Folge, dass der Nachwuchsstar keine Berücksichtigung findet. Tumbakovic gab „unprofessionelles Verhalten“ als Grund für die Nichtnominierung von Jovic an, ging aber in mehreren Pressekonferenzen und Interviews nicht ins Detail, weshalb sich die serbische Presse noch immer mit dem Thema beschäftigt.

Auf der Stürmerposition muss sich Tumbakovic jedenfalls keine Sorgen machen. An vorderster Front steht Aleksandar Mitrovic. Der Angreifer des englischen Zweitligisten FC Fulham ist für die „Adler“ seit Jahren eine Torgarantie (31 Treffer in 53 Länderspielen) und traf auch im Hinspiel gegen Luxemburg zweimal.

Auf die Frage eines serbischen Journalisten, wie Holtz gedenkt, Mitrovic unter Kontrolle zu bekommen, hatte der FLF-Coach folgende Antwort parat: „Hätten wir Mitrovic im Hinspiel in unserer Mannschaft gehabt, hätten wir die Partie gewonnen. Wegen seiner Athletik und Physis ist er extrem schwer zu verteidigen. Er bewegt sich sehr gut im Strafraum und kann über 90 Minuten nicht ausgeschaltet werden.“ Hinter Mitrovic lauert mit Dusan Tadic (Ajax Amsterdam) ein extrem gefährlicher Spielmacher, der die erste Partie gegen die „Roten Löwen“ wegen einer Verletzung verpasste.

„Wir müssen es versuchen“

Serbien liegt derzeit in der Gruppe B einen Punkt hinter Portugal und kann sich noch für die Europameisterschaft 2020 qualifizieren. Das Team vom Balkan muss jedoch auf einen Ausrutscher der „Seleção“ hoffen, die heute gegen Litauen und am Sonntag gegen Luxemburg antritt (15.00 Uhr im Stade Josy Barthel). Serbien tritt zum Abschluss der Qualifikation gegen die Ukraine an, die bereits beim Finalturnier 2020 dabei ist. „Die Chancen, dass wir uns noch qualifizieren, sind nicht sehr groß, aber wir müssen es versuchen“, sagte der serbische Nationaltrainer Ljubisa Tumbakovic und gab damit das Motto des Abends vor.

Holtz will in den letzten beiden Gruppenspielen den vierten Platz nicht abgeben und erhofft sich noch einen Zähler. „Mit vier Punkten wurden wir sehr schlecht belohnt. Gegen Portugal und Serbien wollen wir zum Abschluss noch einmal das Zünglein an der Waage sein.“

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