Historisches und architektonisches Esch (73)
Stade de la Frontière
In dieser Serie wurde bereits über so manchen Tempel berichtet. Ein Tempel der besonderen Art darf hier nicht fehlen: de Jeunesse-Terrain op der Grenz.
Blick auf die Zuschauerränge heute mit den Wohnhäusern der Hoehler Straße, der „Casa grande“ und dem früheren Tagebau am „Gaalgebierg“ Foto: Christof Weber
Meine erste bewusste Erinnerung an ein Fußballspiel dreht sich um diesen heiligen Rasen. Es war am Abend des 19. September 1973. Europapokal der Landesmeister: die Schwarz-Weißen der Jeunesse Esch, „the little steelworkers“, gegen den FC Liverpool, gegen die großen „Reds“ von Keegan, Clemence, Toshack. Ich war acht Jahre alt und hatte noch nie so viele Menschen gesehen: offiziell 6.105 Zuschauer. An das Spiel selbst kann ich mich nicht erinnern. Aber an die Apotheose, als Gilbert Dussier das 1:1-Ausgleichstor schoss und die Sensation perfekt machte. Die „Grenz“, dieses Stadion, das wie die Anfield Road inmitten von Arbeiterkolonien liegt, explodierte.