Wetterkolumne

„Eingemauertes“ Hochdruckgebiet – Wie die „Omega-Lage“ Luxemburg einen frühen Hochsommer beschert

Die Omega-Lage über Mitteleuropa hält stand und das Hochdruckgebiet über uns denkt vorerst nicht ans Weichen. Der Montag brachte verbreitet sommerliche Temperaturen und auch die neue Woche startet warm.

Sommerliche Temperaturen über dem Durchschnitt, sonniger Himmel und warme Luft während einer ungewöhnlich warmen Jahreszeit

Von einer extremen Hitzewelle zu sprechen, wäre übertrieben, doch für die Jahreszeit sind die Temperaturen bemerkenswert Foto: Editpress-Archiv/Alain Rischard

Ein kräftiges Hochdruckgebiet sitzt wie eingemauert über Mitteleuropa, flankiert von Tiefdruckgebieten im Westen und Osten. Diese blockieren das Hoch und hindern es daran, sich zu verlagern. Meteorologen sprechen von einer Omega-Lage, benannt nach der Form, die das Muster auf den Karten zeichnet. Das Resultat ist bekannt: Unter dem Hoch staut sich die Wärme; Regen hat kaum eine Chance, hereinzukommen. Zur Einordnung: Würde eine solche Lage im Juli oder August auftreten, wären Temperaturen von 40 Grad in unseren Breiten keine Utopie.

Die Aussichten für die neue Woche

Für den Dienstag werden Höchstwerte zwischen 29 und 31 Grad erwartet, ähnlich wie am Pfingstmontag. Je nach Modell könnte es entlang der Mosel sogar für 33 Grad reichen. Regen bleibt in dieser Zeit eine äußerst seltene Ausnahme. Rund um Mittwoch hatte es in den vergangenen Tagen noch nach einem spürbaren Rückgang auf teilweise nur 21 Grad ausgesehen. Die Modelle haben diese Einschätzung inzwischen aber deutlich relativiert: Für Mittwoch werden nun 26 bis 30 Grad berechnet, am Donnerstag wären es mit 24 bis 26 Grad zwar etwas weniger, eine erneute Korrektur nach oben ist jedoch nicht ausgeschlossen. Mittwochmittag könnte laut europäischem Modell kurzzeitig ein lokaler Schauer auftreten, ansonsten bleibt es überwiegend sonnig und trocken.

Hitzealarm am Dienstag

Meteolux hat auch für Dienstag gelben Hitzealarm für ganz Luxemburg ausgerufen.Am Nachmittag steigen die Temperaturen signifikant an. Im Norden könnten es dann bis zu 31 Grad werden, im Süden sogar 33 Grad.

Für das Wochenende werden Höchstwerte zwischen 25 und 32 Grad angedeutet. Erste Signale für das eine oder andere Gewitter tauchen langsam in einzelnen Modellläufen auf. Ein definitiver Abschluss der Wärmeperiode wäre das aber keineswegs: Die warmen Luftmassen lauern förmlich im südlichen Europa und wären über die prägende Südwestströmung jederzeit bereit, erneut nach Norden vorzustoßen. Entscheidend ist dabei einzig und allein, wie weit westlich oder nördlich sich relevante Tiefdruckgebiete positionieren. Liegen sie günstig, hält der Sommer weiter die Stellung.

Mit Bedacht durch die Hitze

Von einer extremen Hitzewelle zu sprechen, wäre übertrieben, doch für die Jahreszeit sind die Temperaturen durchaus bemerkenswert. Kalendarisch und meteorologisch befinden wir uns noch im Frühling. Ein Punkt, der nie oft genug betont werden kann: Kinder und Tiere haben im geparkten Auto nichts zu suchen, auch nicht für vermeintlich kurze Momente. Binnen einer halben Stunde kann sich der Innenraum auf rund 50 Grad aufheizen. Gleiches gilt für die Aufmerksamkeit gegenüber älteren, kranken oder anderweitig gefährdeten Personen, die Hitze deutlich schlechter vertragen.

Wer zudem glaubt, die Regenwochen der vergangenen Zeit hätten die Brandgefahr dauerhaft gebannt, irrt: Oberflächlich sind wir längst wieder im trockenen Bereich angelangt. Das Risiko von Vegetationsbränden steigt damit erneut. Nichts, was ein Feuer entfachen könnte, gehört in die Natur.

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