Mängel in Asylpolitik
Familie aus Syrien findet in Luxemburg wieder zusammen – bis der älteste Sohn abgeschoben wird
Eine zehnköpfige kurdische Familie wurde im Zuge des syrischen Bürgerkrieges auseinandergerissen. Was zwischenzeitlich wie ein Märchen anmutete, hat vorerst kein Happy End. Denn der älteste Sohn wurde von den hiesigen Behörden nach Bulgarien abgeschoben und bangt um sein Leben.
Reise in die Ungewissheit: Für viele Flüchtlinge endet die Flucht wieder da, wo sie anfing, wie für diese Afghanen an der Grenze zum Iran Foto: AFP/Wakil Kohsar
Abdulrahman ist zurzeit nicht nach Studieren zumute. Der 22-jährige Informatikstudent an der Universität Luxemburg hat Angst um seinen Bruder. Und er weiß um die Sorgen seiner Eltern. Nach jahrelanger Flucht und nachdem sie so lange voneinander getrennt waren, hatten sie es endlich geschafft, ihre acht Kinder – fünf Söhne und drei Töchter – im Zuge der Familienzusammenführung wieder um sich zu vereinen. Sie waren im Großherzogtum sogar Opa und Oma geworden. Die kurdisch-syrische Familie hoffte auf einen gemeinsamen Neuanfang in Luxemburg. Alle erhielten Aufenthaltsgenehmigungen – bis auf einen.