Pädokriminalität

Wie ein Fallbeispiel aus Luxemburg das Versagen des Staats und gesellschaftliche Probleme aufzeigt

Schockiert, wütend, betroffen: Ein Urteil wegen Pädokriminalität schlug in den vergangenen Tagen hohe Wellen in Luxemburg. Die Medien berichteten, Bekannte des Angeklagten bezogen öffentlich Stellung, er selbst verteidigte sich in einem umstrittenen Interview im „Wort“. Ein Fallbeispiel, das sowohl das Versagen der Justiz als auch Probleme der Gesellschaft offenlegt.

Überlebende von Kindesmissbrauch leiden meist ihr gesamtes Leben unter den Übergriffen

Überlebende von Kindesmissbrauch leiden meist ihr gesamtes Leben unter den Übergriffen Illustration: Tageblatt

Die Ermittlungen gegen den Mann begannen 2019: Europol machte die Luxemburger Kriminalpolizei auf die pädokriminellen Aktivitäten des Verdächtigen aufmerksam – darunter der Besitz und die Weitergabe zahlreichen kinderpornografischen Materials. Hinzu kommen inzestuöse Inhalte und Handlungen. 2020 schritt die nationale Polizei ein, 2023 wurden die Familienangehörigen zu den Vorwürfen befragt. Der Verdächtige kam unter gerichtliche Aufsicht, wodurch ihm unter anderem der Kontakt zu Minderjährigen verboten wurde. Die Ermittlungen wurden ein Jahr später abgeschlossen und das Urteil in erster Instanz gesprochen: 13 Jahre Freiheitsstrafe, mehrere davon auf Bewährung. In dem noch nicht rechtskräftigen Urteil werden dem Mann außerdem lebenslang berufliche, ehrenamtliche oder soziale Tätigkeiten mit Minderjährigen untersagt. Der Angeklagte ging in Berufung.

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