Veto der Gemeinden

Vëlosummer kommt nur in der Light-Version: „Das ist schon ein bisschen traurig“  

Der vor drei Wochen von Minister François Bausch ausgerufene „Vëlosummer 2020“ wird lediglich in abgespeckter Form stattfinden. Ursprünglich sollten 16 Strecken im August für den Autoverkehr gesperrt werden, um dem Fahrradboom während der Corona-Krise Rechnung zu tragen. Bis zum Nationalfeiertag hatten die Gemeinden ein Vetorecht. Mit dem Resultat, dass sieben Strecken ganz gestrichen wurden und andere nur mit Einschränkungen dem Radverkehr reserviert sein werden. 

Rad vs. Auto: Aus dem „Vëlosummer 2020“ wird ein „Vëlosummer light“

Rad vs. Auto: Aus dem „Vëlosummer 2020“ wird ein „Vëlosummer light“ Foto: Editpress/Isabella Finzi

„Mit dem Resultat kann ich natürlich nicht zufrieden sein. Das ist schon ein bisschen traurig“, sagte Mobilitätsminister François Bausch („déi gréng“) am Montag gegenüber dem Tageblatt. Die 16 Straßenabschnitte sollten vom 1. bis zum 31. August lediglich Fahrrädern, dem öffentlichen Transport und den Anrainern zur Verfügung stehen. Ausgenommen waren von Beginn an auch touristische Ziele sowie Gaststätten und Hotels, die weiterhin für Autos und Motorräder erreichbar bleiben sollten. 

Seit der Präsentation des Projekts auf einer Pressekonferenz Anfang Juni stand ein Fragezeichen hinter der exakten Anzahl der Streckenabschnitte, denn dem Vernehmen nach war es dem Ministerium nicht möglich, im Vorfeld mit allen betroffenen Gemeinden zu reden. Die Quittung folgte auf dem Fuße. Eine der Hauptachsen wird nur in abgespeckter Version für die Radfahrer reserviert werden: Mamer - Schoenfels. Während im August zwischen Mamer und Kopstal freie Fahrt für Fahrräder gilt, wird der Abschnitt zwischen Kopstal und Schoenfels lediglich an Wochenenden für den Autoverkehr gesperrt sein.  

Ganz dem Veto der Gemeinden zum Opfer gefallen ist zudem die geplante Sperrung des Abschnitts durch das Müllerthal zwischen Junglinster und Grundhof, immerhin 16 Kilometer lang und die zweite Hauptachse des Projekts. Stein des Anstoßes war hier vor allem der eh schon arg gebeutelte Horeca-Bereich und die zu erwartenden langen Umwege.  

Unmittelbar nach der Vorstellung der Pläne Anfang Juni hatte die selbsternannte Autolobby in den einschlägigen Foren und in den sozialen Netzwerken gegen die Pläne mobil gemacht. Sie dürfte sich über den abgespeckten „Vëlosummer 2020“ freuen. Dagegen muss sich Mobilitätsminister François Bausch nun von den Fahrradfreunden den Vorwurf gefallen lassen, ein unfertiges, weil nicht mit den Gemeinden abgesprochenes Projekt vorschnell vorgestellt zu haben – und somit den „Vëlosummer light“ selbst provoziert zu haben.     

Die Strecken im Überblick

Dem Fahrrad reserviert: 
Alzingen - Syren (3,5 km)
Syren - Moutfort (4,5 km)
Steinbrücken - Leudelingen (2,5 km)
Bad Mondorf - Ellingen  (1 km)
Sandweiler - Scheedhaff (1,7 km) 

Mit Einschränkungen dem Fahrrad reserviert:
Wilwerdingen - Weiswampach (2,6 km): nur 1. und 2. Wochenende im August
Mamer - Schoenfels (10 km): ganzer August nur zwischen Mamer und Kopstal, Kopstal – Schoenfels nur an Wochenenden

Aufgrund von Gemeindeveto gestrichen:
Simmern - Koerich (3 km)
Steinsel - Gosseldingen (4,1 km)
Koedingen - Godbringen (0,5 km)
Bettel - Hoesdorf (3,1 km)
Junglinster - Grundhof (16 km)
Gonderingen - CR129 (0,8 km)
Ettelbrück - Welsdorf (2,8 km)

In Warteschleife:
Limpach - Pissingen (1,5 km)
Mensdorf - Übersyren (2,5 km) 
Brücke Dommeldingen (0,075 km)

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