Angeln
Ruhe am Weiher, Zweifel im Kopf: ein Selbstversuch am Forellenteich in Luxemburg
Stundenlang aufs Wasser schauen, plötzlich Adrenalin, wenn ein Fisch anbeißt: Mein erster Tag beim Angeln in Luxemburg zeigt, wie nah Entspannung und Gewissensfragen beieinander liegen.
Ich habe meinen Stiefvater Marco beim Angeln am Weiher begleitet Foto: Jessica Oé
„Der frühe Vogel fängt den Fisch“, witzelt mein Stiefvater, als wir um sieben Uhr morgens auf den Parkplatz des Campingplatzes Reiler rollen. Marco, seit seiner Jugend leidenschaftlicher Angler, hat mich eingeladen, ihn zum Forellenfischen zu begleiten. Mein Interesse ist nicht zuletzt durch einen Vormittag mit Sportfischer Joé Altmann geweckt worden – und durch die vielen Kommentare auf meinen letzten Artikel. Darin schwang eine Frage mit, die mich seitdem beschäftigt: Ist es ethisch vertretbarer, zu fischen, wenn man den Fang am Ende auch isst, statt ihn nur zum Sport wieder ins Wasser zurückzusetzen? Und noch grundlegender: Könnte ich das überhaupt – einen Fisch nicht nur fangen, sondern auch töten und ausnehmen?