Wahlen in Deutschland
Rechts der Mosel: Wie Carsten Becker die saarländische AfD in die Bundestagswahl führt
Die AfD an der Saar ist ein von Machtkämpfen zerrütteter, loser Zusammenschluss diverser Seilschaften. Doch bei der Bundestagswahl kann sie in einigen Kommunen zum ersten Mal stärkste Kraft werden. Der erste Teil unserer Reportage-Reihe aus dem Wahlkampf hinter der Grenze.
Carsten Becker tritt im Wahlkreis Saarlouis an, dem Wahlkreis, der auch an Luxemburg grenzt Foto: Editpress/Julian Dörr
Vor fünf Jahren hätte er noch herausfliegen können. Jetzt steht Carsten Becker auf Platz eins der saarländischen Landesliste der „Alternative für Deutschland“ (AfD). Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der gelernte Elektroniker aus Saarlouis am 23. Februar in den Deutschen Bundestag gewählt. Die AfD kommt in bundesweiten Umfragen aktuell auf mindestens 20 Prozent. Becker ist bereits seit dem Gründungsjahr 2013 Parteimitglied. 2015 unterzeichnet er die „Erfurter Resolution“, mit dem die rechtsradikale Strömung „Der Flügel“ um Bernd Höcke erstmals gegen die Parteiführung aufmuckt. Damals ist die AfD noch ein bunter Haufen enttäuschter Konservativer, Libertärer und rechter Aktivisten. In einigen Landesverbänden verlieren Funktionäre, die zu offen mit rechtsradikalen Akteuren wie der „Identitären Bewegung“ (IB) anbandeln, ihre Posten. Diese Zeiten sind heute vorbei.