Weltraum

Geplante Mondlandung von Rover „Tenacious“ aus Luxemburg gescheitert

Der Micro Rover „Tenacious“ aus Luxemburg sollte eigentlich auf dem Mond Gestein einsammeln – doch daraus wird nichts.

Modelle der Mondlandefähre Resilience (Mitte, links) und des Mondrovers Tenacious (Mitte, rechts) des japanischen Privatunternehmens ispace

Modelle der Mondlandefähre Resilience (Mitte, links) und des Mondrovers Tenacious (Mitte, rechts) des japanischen Privatunternehmens ispace Foto: AFP

Der Rover „Tenacious“ aus Luxemburg sollte Geschichte schreiben. Das japanische Raumfahrtunternehmen Ispace ist jedoch mit dem Versuch einer Mondlandung gescheitert. Ispace verlor kurz vor der geplanten Landung des Mondlanders „Resilience“ den Kontakt zu dem Landegerät. An Bord: der Micro Rover „Tenacious“, der von der hiesigen Tochterfirma gebaut wurde. Weil eine Wiederherstellung der Kommunikation als „unwahrscheinlich“ eingestuft wurde, wurde die Mission abgebrochen, wie Ispace-Chef Takeshi Hakamada am Freitag vor Journalisten sagte.

Das Kontrollzentrum hatte während des Landeversuchs die Triebwerke aktiviert, um „Resilience“ abzubremsen. „Wir konnten bestätigen, dass die Position des Landers fast die Vertikale erreichte“, sagte Hakamada. Doch nach der geplanten Landezeit „waren wir nicht in der Lage, Daten zu empfangen, die eine Landung bestätigen“.

„Resilience“ hätte am Donnerstagabend im Mare Frigoris im hohen Norden des Mondes aufsetzen sollen. Der Micro Rover solllte die Oberfläche des Mondes erkunden und Regolith einsammeln, eine Decke aus Lockermaterial, die auf Gesteinsplaneten im Sonnensystem zu finden ist. 

Der Rover, der gerade einmal 30 Zentimeter lang ist und fünf Kilogramm wiegt, war auf kommerzieller Mission. Er soll der erste Realitätscheck des luxemburgischen Gesetzes zu Weltraumressourcen werden. Zum ersten Mal in der Geschichte könnte ein Stück Mond in den Besitz eines irdischen Unternehmens übergehen. „Tenacious“ soll auf dem Mond Gestein einsammeln und dieses dann an die NASA verkaufen – für einen symbolischen Betrag von 5.000 US-Dollar. Die Transaktion zwischen einem Luxemburger Unternehmen und einer US-amerikanischen Behörde soll nun einen juristischen Präzedenzfall für das Gesetz über die Erforschung und Nutzung von Weltraumressourcen schaffen.

Es wäre das dritte Mal gewesen, dass einem Privatunternehmen die Landung auf dem Mond gelingt. Ispace wäre das erste dieser Unternehmen gewesen, das nicht in den USA ansässig ist. Der erste Mondlander von Ispace war im April 2023 auf der Mondoberfläche zerschellt.

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