Düdelingen
Gemeinderätin fordert Einsatz von mehr KI statt Personal – Gewerkschaften zeigen sich besorgt
Während einer Gemeinderatssitzung in Düdelingen erwähnt eine CSV-Rätin, dass KI dabei helfen kann, Personal einzusparen. Die FGFC und der OGBL reagieren besorgt.
20250127 Hôtel de Ville,place de l`hôtel de ville Foto: Editpress/Alain Rischard
„KI gibt uns die Möglichkeit, Personal einzusparen.“ Das sagte Gemeinderätin Michèle Kayser-Wengler (CSV) während der Düdelinger Budgetdebatte. Die Politikerin wies auf die steigenden Personalkosten hin und erwähnte, dass jeder neu geschaffene Posten 40 Jahre bezahlt werden muss. Der „Onofhängege Gewerkschaftsbond Lëtzebuerg“ (OGBL) missbilligt diese Aussagen. Sie würden nicht nur im Widerspruch zur Realität der kommunalen Aufgaben stehen, sondern auch zu den Positionen, die die CSV selbst in ihrem Wahlprogramm vertritt, so der OGBL in einer Pressemitteilung. Im Wahlprogramm werde KI ausdrücklich zur Verbesserung der Effizienz von Dienstleistungen und Verfahren genannt – nicht jedoch als Mittel zum Personalabbau. Die Gewerkschaft „weist daher entschieden zurück, KI als Sparinstrument gegen Beschäftigte auszuspielen.“
Die Qualität des kommunalen öffentlichen Dienstes beruhe auf qualifiziertem Personal, „das täglich im direkten Dienst der Bevölkerung arbeitet“. KI könne Arbeitsprozesse unterstützen, jedoch keine Verantwortung übernehmen und den Menschen nicht ersetzen. „Gemeindliche Aufgaben erfordern Fachkompetenz, Erfahrung und menschliches Urteilsvermögen. Der Einsatz von KI als Argument zur Begrenzung von Neueinstellungen oder zur Reduzierung des Personals ist realitätsfern und gefährdet die Qualität öffentlicher Dienstleistungen.“
FGFC: KI kann Menschen nicht ersetzen
Die „Fédération Générale de la Fonction Communale“ (FGFC) stellt sich die Frage, ob diese Position ausschließlich die persönliche Meinung der CSV-Gemeinderätin widerspiegele oder ob sie allgemein von der CSV vertreten werde. So schreibt die Gewerkschaft, die sich für die Belange des Gemeindepersonals einsetzt: „Der öffentliche und kommunale Dienst ist kein gewinnorientiertes Privatunternehmen.“ KI dürfe nicht als pauschales Argument missbraucht werden, um einen systematischen Personalabbau zu rechtfertigen. „Technologie kann unterstützen – sie kann Verantwortung, Fachwissen und demokratische Kontrolle nicht ersetzen“, so die FGFC. Die Gewerkschaft fordert „eine sachliche, differenzierte und transparente Debatte über die Zukunft des öffentlichen Dienstes“.