154 Kilo pro Einwohner

Luxemburg produziert weniger Restmüll – doch bei der Trennung ist Luft nach oben

Jeder Einwohner Luxemburgs hat zwischen 2024 und 2025 durchschnittlich 154 Kilo Restmüll pro Jahr entsorgt. Gut ist: Der Trend zeigt nach unten. Doch mit der richtigen Mülltrennung könnte die Lage noch besser sein.

Biomüll in Luxemburg liegt falsch entsorgt, Beispiel für fehlerhafte Mülltrennung und Umweltproblem im Alltag

Oft landet der Biomüll in Luxemburg nicht dort, wo er hingehört Foto: Editpress/Alain Rischard

Die Menge an Restmüll ist in Luxemburg in den vergangenen Jahren gesunken. Laut einer neuen Analyse des Umweltamts hat zwischen 2024 und 2025 jeder Bürger im Durchschnitt 154 Kilo Müll produziert. Das Amt spricht von einem „deutlichen Rückgang um 9 Kilo“ im Vergleich zur letzten Analyse aus den Jahren 2021 bis 2022. Doch noch immer landet zu viel davon in der schwarzen Tonne.

Für die Analyse wurden 15,6 Tonnen Restmüll aus 15 Gemeinden untersucht. Die Gesamtmenge ist von 163 Kilo bei der vorherigen Untersuchung auf 154 Kilo pro Einwohner gesunken. Zwischen 2018 und 2019 waren es noch 194 Kilo. Laut Umweltamt ist dieser Rückgang auf die „kontinuierliche Weiterentwicklung der getrennten Sammlung“ zurückzuführen.

Luxemburg produziert weniger Restmüll – doch bei der Trennung ist Luft nach oben

Grafik: Umweltministerium

Denn: Der Anteil von Verpackungsmüll im Restmüll ist verglichen mit der letzten Analyse von 23,5 auf 21,6 Prozent gesunken. Ebenso hat das Umweltamt weniger Papier und Karton in den schwarzen Tonnen gefunden. Die Anzahl der Papiertüten hat hingegen um fast 50 Prozent zugenommen. „Saubere oder leicht verschmutzte Papiersäcke müssen in die Papiersammlung gegeben werden, um recycelt zu werden“, schreibt das Amt.

Auch bei den Bioabfällen gibt es noch Potenzial. Durchschnittlich hat jeder Luxemburger pro Jahr 57 Kilo Lebensmittelreste in den Restmüll geworfen. Das sind 37 Prozent des gesamten Restmülls. 35 Prozent davon waren laut Umweltamt vermeidbar. Es habe sich um angebrochene oder noch verpackte Lebensmittel sowie Obst und Gemüse gehandelt, die noch genießbar waren.

Nicht jede Gemeinde ist gleich

Die Menge an Restmüll ist nicht überall gleich. Das Umweltamt hat den Müll von vier Gemeinden im Norden, drei im Osten und acht im Süden von Luxemburg analysiert. In manchen Gemeinden wird der Müll gewogen, wenn er abgeholt wird. Bezahlt wird nach Gewicht. Dort fällt pro Einwohner rund 27 Kilo weniger Restmüll an als in Gemeinden ohne Wiegesystem.

Auch zwischen städtischen und ländlichen Gemeinden gibt es Unterschiede. In Städten landen rund 14 Kilo mehr Bioabfall und rund zehn Kilo mehr Papier und Karton im Restmüll. Ähnlich ist es bei Verpackungen, Kunststoffen und Hygieneartikeln. „Je dichter die Bebauung, desto weniger wird die Mülltrennung beachtet“, schreibt das Umweltamt.

Egal, wo man lebt: Jeder muss laut dem Amt einen Beitrag leisten, um seinen Abfall zu trennen und Ressourcen zu schonen. „Bioabfall gehört in die Biotonne oder auf den Kompost, Karton und Papier in die Papiersammlung und viele Kunststoffe können im blauen Sack entsorgt werden“, schreibt das Amt. Durch richtige Trennung könnten 72 Prozent des Mülls in den schwarzen Tonnen geeignet entsorgt oder recycelt werden – und müssten nicht auf einer Deponie verbrannt oder abgelagert werden.

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