Lösungsvorschläge

Fondation Kräizbierg: Das Personal sagt Nein

Es kriselt in der „Fondation Kräizbierg“. Die vom Verwaltungsrat am vergangenen Montag vorgeschlagenen Lösungen überzeugen weder Personal noch Personalvertretung. Es herrsche kein Vertrauensverhältnis mehr, heißt es. Das Personal ist auf den Barrikaden. Grundlegende Veränderungen werden gefordert. Ja, es sollen auch Köpfe rollen.

Zweifel: Werden es frohe Weihnachten in der „Fondation Kräizbierg“ werden? Personal und Personalvertretung sind eigentlich einer Meinung: Es müssen Köpfe rollen. Der Verwaltungsrat setzt auf externe Lösungen.

Zweifel: Werden es frohe Weihnachten in der „Fondation Kräizbierg“ werden? Personal und Personalvertretung sind eigentlich einer Meinung: Es müssen Köpfe rollen. Der Verwaltungsrat setzt auf externe Lösungen. Foto: Editpress/Alain Rischard

Zufriedenheit sieht anders aus. Die Reaktion von Personal und Personalvertretung des „Kräizbierg“ lässt darauf schließen, dass der Konflikt zwischen Personal und Direktion nicht ausgestanden ist. Im Gegenteil, es droht ein zunehmend offener Konflikt.

Nach der Sitzung des Verwaltungsrates der Stiftung am vergangenen Montag (das Tageblatt berichtete) zeigen sich viele der bei der sozialen Einrichtung mit Sitz in Düdelingen Beschäftigten enttäuscht. Die im Anschluss an die Sitzung des Gremiums veröffentlichte Pressemitteilung habe sie nicht überzeugt, sagt Joël Delvaux, Vertreter der behinderten Mitarbeiter des „Kräizbierg“. Die vom Verwaltungsrat vorgeschlagenen lösungsorientierten Maßnahmen, um den Sozialdialog im Betrieb wieder aufzubauen, um ein gesünderes Arbeitsklima wiederherzustellen, würden mehr als nur infrage gestellt, sagt er.

Wohl würden die Vorschläge vom Verwaltungsrat zur Kenntnis genommen und anerkannt, dass es eine Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit im Sinne einer Verbesserung der bestehenden Problematik gibt, doch würden die Lösungsansätze nicht dem entsprechen, was man sich erwartet habe.

Das zentrale Argument ist, dass die Vertrauensbasis zur Direktion komplett zerstört sei. Zitiert werden in dem Kontext die Aussagen von „Administrateur délégué“ Jeannot Berg und Tom Wagner, dem für die Ateliers des „Kräizbierg“ zuständigen Direktor. Es sind vor allem die von beiden geäußerten Ankündigungen, „sich als Privatpersonen gegen erwiesenermaßen rufschädigendes und ehrabschneidendes Verhalten juristisch zur Wehr“ setzen zu wollen. Wohl seien diese Ankündigungen bei der Verwaltungsratssitzung am vergangenen Montag abgeschwächt worden, vergessen wollen das Personal und die Personalvertretung sie aber nicht. „Unter solchen Voraussetzungen kann das Vertrauen nicht durch einen externen Vermittler wiederhergestellt werden.“

Vor allem Jeannot Berg scheint im Visier der Kritik zu stehen. „Es ist ungesund, einem Geschäftsführer so viel Macht zu geben, besonders wenn er dazu neigt, diese Macht durch subtile Manipulationstechniken zu missbrauchen“, heißt es aus Kreisen des Personals und der Personalvertretung.

Ein unabhängiges Expertengutachten lehnen die Mitarbeiter kategorisch ab, weil es in ihren Augen keine unabhängigen Experten geben kann, da diese von der Stiftung bezahlt würden.

Es wird außerdem darauf hingewiesen, dass die Personalvertretung den Verwaltungsrat bereits vor Monaten auf die Missstände hingewiesen habe – in einem Dossier von rund 400 Seiten. Somit besitze der Verwaltungsrat alle nötigen Fakten, um seine eigene Evaluation vorzunehmen und Verantwortung zu zeigen. Der Vorschlag, externe Vermittler einzuschalten, sehe unterm Strich nur danach aus, auf Zeit zu spielen.

Es sei gerade auch diese Unfähigkeit des Verwaltungsrates, selber im Interesse der Angestellten und der behinderten Arbeitnehmer Entscheidungen zu treffen, die schockiere.

Es mache sich deshalb unter den meisten Betroffenen ein Gefühl breit, im Stich gelassen zu werden. Die Verantwortung zu übernehmen, liegt auch hier eindeutig in den Händen des Verwaltungsrats.

Bei allem Verständnis und Bereitschaft, gemeinsam nach einer besseren Zukunft zu suchen, machen Personal und Personalvertretung aber vor allen eines klar: „Kurzfristig besteht die einzige mögliche Lösung darin, uns von Herrn Jeannot Berg und Herrn Tom Wagner zu trennen, damit wir den sozialen Dialog auf menschlicher Ebene wieder aufnehmen und unsere Würde wiederherstellen können.“

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