Der PolitflüstererDie Steuersünde des DP-Schöffen Pim Knaff

Der Politflüsterer / Die Steuersünde des DP-Schöffen Pim Knaff
Der DP-Schöffe Pim Knaff hatte wohl ein etwas trübes Bild der Steuererklärung Foto: Editpress-Archiv

Morgen sind Europawahlen. Europabegeisterung und Polit-Frust werden das Ergebnis bestimmen. Luxemburg bekommt sechs Sitze im EU-Parlament. Eine bessere Prognose kriegt auch der Politflüsterer nicht hin. Was er festgestellt hat, ist die Ähnlichkeit der großen Parteien in ihrer medialen Darstellung, und dass kleinere Parteien oft nicht mal ein DIN-A-4-Blatt an einigen der vorgesehenen Stellen hingeklebt haben.

Es ist ja auch gar nicht so schwer, im Verborgenen aktiv zu sein und trotzdem in die Schlagzeilen zu gelangen. Dem Escher DP-Schöffen und Vize-Bürgermeister Pim Knaff ist das magistral gelungen. Er hat einfach vergessen, einen Teil seines Einkommens zu versteuern und wollte das in der Dunkelkammer bereinigen. Sein Vergehen hat bislang kaum Folgen. Der echten Männerfreundschaft im Escher Schöffenrat scheint es jedenfalls nicht geschadet zu haben. Steht da etwa kleingedruckt im CSV-DP-„déi gréng“-Koalitionsvertrag: „Wer ohne Sünde, werfe den ersten Stein“?

So verzeiht die CSV dem Sündiger und die Grünen lassen Gras darüber wachsen – hoffentlich nicht übers eigene Grab. Knaff hat der Herrenrunde wohl klipp und klar versichert, dass es doch wirklich nur ein klitzekleines Vergehen war, ein buchungstechnisches Malheur, das jedem passieren könne.

Den Politflüsterer überzeugt das alles nicht sehr. Was wäre gewesen, wenn es sich weder um einen Anwalt noch um einen Politiker gehandelt hätte? Hintergrund der Causa Knaff ist ein Insolvenzverfahren. Ist es aber nicht so, dass der Insolvenzverwalter vom Gericht, also vom Staat ernannt wird? Demnach wäre das Steuervergehen auch keine reine Privatsache, sondern Missbrauch des öffentlichen Vertrauens. „Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen“, heißt es im Volksmund, der morgen in der Wahlkabine nichts sagen, aber ein Kreuz machen darf.

Was gibt’s noch? Ach ja, die Gemeinde Contern. Sie widmet dem „Grand Luc“ eine „petite place“ im Ortszentrum. Eine Ehrung des Premierministerministers zu Lebzeiten! Warum nicht, hat sich die CSV-LSAP-Koalition wohl gedacht. Posthum hat man ja kaum was von einer solchen Aktion. Die Klimaschutzgemeinde denkt aber offensichtlich auch an die Toten. Des Nachts sei der Innenraum der Leichenhalle hell erleuchtet, heißt es. Man weiß ja nie. Es werde Licht, denkt der Politflüsterer und beschließt, in der Dunkelkammer der Ereignisse einen Pim Tonic zu trinken.