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„Déi Fräiheet déi ech mengen …“
„Freiheit, die ich meine“ ist der Titel eines deutschen Liedes1) aus der Restaurationsära des Biedermeier, das damals vor allem idealistisch-innerlich verstanden wurde. „Auch bei grünen Bäumen In dem lust’gen Wald / Unter Blüthenträumen / Ist dein Aufenthalt“, heißt es in dem Lied. Bei ihrer Bewerbungsrede für die Grünen-Spitzenkandidatur kam Sam Tanson immer wieder auf den Begriff „Freiheit“ zusprechen, wobei ihr Freiheitsbegriff doch ziemlich allgemein und unpräzise blieb. Mehrere Dutzend Male begründete sie politisches Handeln oder ihre politische Motivation mit dem Verweis auf die Freiheit und schlussfolgerte: „D’Fräiheet ass esou eppes ewéi mäi Liewensthema.“2)
Foto: Editpress/Alain Rischard
Sicherlich war das gezielte Platzieren des Freiheitsbegriffs – wahrscheinlich auch inspiriert von Robert Habecks Freiheitsrede3) von 20214) – ein geschickter Versuch, um den luxemburgischen Grünen zu helfen, das Image der Verbotspartei abzustreifen, welches ihnen Konservative allzu gern – zumeist zu Unrecht – ankreiden möchten. Luxemburger Politiker halten wenige Grundsatzreden, somit ist Tansons Versuch, ihr politisches Engagement zu begründen, grundsätzlich zu begrüßen. Abgesehen von dem cleveren politischen Spin der Rede, ist die Auslegung des Freiheitsbegriffs bei Tanson interessant, gewinnt man doch an einigen Stellen den Eindruck, die grüne Spitzenkandidatin verfolge eine biedermeierliche Auslegung jenes Freiheitsbegriffs und folge dem verbreiteten Irrtum, soziale Gerechtigkeit und individuelle Freiheit wären gegensätzliche „Werte“5).