100 Jahre Raiffeisen
Wie die „Bauerebank“ zur modernen Genossenschaftsbank wurde
Skepsis gegenüber Trends, Nähe zu den Kunden und eine Genossenschaftsstruktur, die Übernahmen verhindert: Die Raiffeisenbank feiert ihr 100-jähriges Bestehen und blickt auf einen tiefgreifenden Wandel zurück. CEO Laurent Zahles und seine drei Vorgänger Ernest Cravatte, Guy Hoffmann und Yves Biewer erzählen, wie in den vergangenen 20 Jahren aus einer vermeintlichen Nischenbank ein respektierter Akteur des Finanzplatzes wurde.
Sie führten die Bank als Präsidenten des Direktionskomitees durch die vergangenen 20 Jahre (v.l.): Ernest Cravatte, Laurent Zahles, Guy Hoffmann und Yves Biewer Foto: Editpress: Hervé Montaigu
Die Raiffeisenbank feiert in diesem Jahr ihr 100. Jubiläum. Inspiriert von der genossenschaftlichen Idee Friedrich Wilhelm Raiffeisens, wurde sie 1926 gegründet, um Menschen im ländlichen Raum den Zugang zu Finanzdienstleistungen zu ermöglichen. Der Wandel hin zu einer führenden Genossenschaftsbank und einem zentralen Akteur im luxemburgischen Bankenwesen wurde vor gut 20 Jahren eingeleitet. Heute hat die Bank 730 Mitarbeiter und betreut über 130.000 Kunden. Maßgeblich vorangetrieben wurde diese Entwicklung vom damaligen Generaldirektor Ernest Cravatte, der die Bank gemeinsam mit seinen Nachfolgern Guy Hoffmann, Yves Biewer und dem heutigen Präsidenten des Direktionskomitees, Laurent Zahles, nachhaltig geprägt hat.
Das Tageblatt hat die vier Bankmanager am Hauptsitz der Raiffeisenbank in Leudelingen getroffen und mit ihnen über die Entwicklung des Instituts sowie seine Positionierung im heutigen Markt gesprochen. Dabei erzählten sie auch, wie sie selbst von anfänglich etwas skeptischen Beobachtern zu überzeugten Vertretern des genossenschaftlichen Modells wurden und wie man sich auf dem Markt positioniert, indem man immer etwas gegen den Strom schwimmt.