Wirtschaft
Statec: Auswirkungen der Dürre lassen sich noch schwer abschätzen
Bilanz zwischen Hitzewellen und blockierten Verkehrswegen: Die Statistikbehörde Statec hat ihren Bericht über die Entwicklung der Konjunktur in Luxemburg im August veröffentlicht.
Ganz schön Dürre: Ein Feld bei Contern während der Hitzewelle Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Statec hat seinen Konjunkturbericht für den Monat August veröffentlicht. Und zieht eine durchwachsene Bilanz. Ein Großteil Europas hat in den Monaten Mai bis August mehrere Hitzewellen erlebt, auch Luxemburg wurde davon nicht verschont. Damit einher ging eine Dürrephase: „In den ersten sieben Monaten des Jahres lag das Niederschlagsdefizit gegenüber einem normalen Jahr bei über 30 Prozent“, schreibt die Luxemburger Statistikbehörde. Von April bis Juli seien es sogar 60 Prozent.
Hitze als Faktor in der Baubranche
Die Auswirkungen davon auf die Volkswirtschaft ließen sich derzeit aber nur schwer abschätzen. Eine Umfrage in der Baubranche weise darauf hin, dass mehr Betriebe die Wetterbedingungen als einen Faktor nennen, der ihre Tätigkeit einschränke. Das gaben im Juli zehn Prozent der Firmen an, im Vorjahresmonat waren es nur fünf Prozent. Die niedrigen Pegel der Flüsse haben zudem wohl die Logistikkette bestimmter Industriezweige beeinträchtigt. Und magere Ernten bei bestimmten landwirtschaftlichen Erzeugnissen dürften sich in steigenden Lebensmittelpreisen niederschlagen.
Derzeit bleibe die Inflation bei den Lebensmitteln aber moderat, schreiben die Statistiker. Gegenüber Januar (2,8 Prozent) habe sie sich im Juli sogar verlangsamt (1,3 Prozent). Das gehe vor allem auf günstigere Fleischpreise zurück. Das Risiko, dass die Preise bei den Lebensmitteln in naher Zukunft wachsen, sei aber erheblich. Nicht nur Dürre und Flusspegel spielten da eine Rolle, sondern auch der Preisanstieg beim Stickstoffdünger wegen der Sperrung der Straße von Hormus. Zudem rechneten Meteorologen bis zum Ende des Jahres mit einem starken Auftreten des Wetterphänomens „El Niño“. Das könnte die Spannungen bei den Agrarrohstoffen insbesondere in den Tropen verschärfen.
Positive Signale vom Konsum
Vom Rest der Volkswirtschaft gibt es aber auch Positives zu berichten. Beim privaten Konsum seien „positive Signale“ zu verzeichnen, hauptsächlich durch einen deutlichen Anstieg von Neuzulassungen bei den Autos. Die Industrieproduktion sei gestiegen und auch im Baugewerbe setze sich der leicht steigende Trend fort.
Was die Baupreise selbst angeht, verzeichnet Statec erneut einen „moderaten Anstieg“. Nachdem sie nach Corona und dem Beginn des Ukrainekriegs in die Höhe geschossen waren, hat sich dieser Trend 2024 verlangsamt. Seit 2025 ziehen die Preise aber wieder deutlich an. Im zweiten Quartal 2026 waren sie im Jahresvergleich um 2,7 Prozent gewachsen.