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Neues Smartphone für das Kind – aber welches lässt sich am besten reparieren?

Vor dem Schulanfang kaufen viele Familien ein neues Handy. Seit gut einem Jahr steht auf dem Preisschild eine Information, die vorher fehlte: wie leicht sich das Gerät reparieren lässt. Ein Buchstabe und eine Zahl reichen für den Vergleich.

Kinder bekommen ihr erstes Smartphone im Schnitt mit 12 Jahren

Kinder bekommen ihr erstes Smartphone im Schnitt mit 12 Jahren Foto: Alicia Windzio/dpa

Laut dem „BEE SECURE Radar“ bekommen Jugendliche in Luxemburg ihr erstes Smartphone mit etwa zwölf Jahren. Oft ist es das abgelegte Gerät eines Elternteils, oft ist das erste Jahr „am Lycée“ der Anlass. Wer in den kommenden Wochen ein Handy kaufen will (und sich nicht zu sehr über das „Ups, kaputt“ eines allzu tollpatschigen Jugendlichen ärgern will), findet auf dem Energielabel eine neue Kennzahl.

Was der Reparaturindex misst

Seit dem 20. Juni 2025 gilt für Smartphones und Tablets ein EU-Energielabel. Es zeigt nicht nur den Stromverbrauch, sondern auch, wie lange der Akku hält, wie robust das Gerät ist und wie gut es sich reparieren lässt.

Diese Reparierbarkeit steht rechts unten auf dem Label, erkennbar am Schraubenschlüssel-Symbol. Die Skala reicht von A bis E. A bedeutet: Das Gerät lässt sich gut öffnen und instand setzen. E bedeutet das Gegenteil.

Hinter dem Buchstaben steckt eine genauere Zahl, der EU-Reparierbarkeitsindex. Er reicht von 0 bis 5 Punkten. Sechs Kriterien fließen ein:

  • wie einfach sich das Gerät zerlegen lässt
  • welche Schrauben, Kleber oder Clips verbaut sind
  • welches Werkzeug man für eine Reparatur braucht
  • wie gut Ersatzteile verfügbar sind
  • wie lange der Hersteller Software-Updates liefert
  • ob Reparaturanleitungen frei zugänglich sind

Warum die Klasse allein nicht reicht

Innerhalb einer Klasse liegen große Unterschiede. Zwei Geräte tragen beide ein B: das eine kommt auf 3,1 Punkte, das andere auf 3,9. Auf dem Label sieht das gleich aus, in der Praxis nicht.

Oekotopten.lu, eine Initiative des Umweltministeriums zusammen mit dem „Mouvement Ecologique“ und dem „Oekozenter Pafendall“, führt deshalb seit Kurzem beide Angaben in seiner Smartphone-Liste: Klasse und Punktzahl. Aufgenommen wird nur, wer mindestens Klasse C erreicht.

Wer in Luxemburg vorn liegt

Die Liste umfasst derzeit 54 Modelle, zuletzt aktualisiert am 29. Juli 2026. Zwei Geräte erreichen die Spitzenklasse A, beide vom niederländischen Hersteller Fairphone: das Fairphone 6 mit 4,77 Punkten und das Fairphone 5 mit 4,37 Punkten.

Danach folgt ein Feld von Modellen der Klasse B, das sich zwischen 3,58 und 3,84 Punkten bewegt. Vertreten sind dort unter anderem Crosscall, Oppo, Doro und Samsung. Der Großteil der gelisteten Geräte trägt ein C.

Nach Marken sortiert stellt Samsung mit 26 Einträgen die meisten Modelle, gefolgt von Apple mit 14. Crosscall und Oppo kommen auf je drei, Doro, Fairphone, Nokia und Xiaomi auf je zwei.

Neben dem Reparaturindex zeigt die Liste weitere Werte, die beim Vergleich helfen: den Schutz gegen Staub und Wasser (IP-Wert), die Widerstandsfähigkeit bei Stürzen, die Akkukapazität, den Strahlungswert (SAR) und die Energieeffizienzklasse. Auch der ältere französische Reparaturindex ist hinterlegt.

Das nachhaltigste Handy liegt in der Schublade

Vor dem Vergleich lohnt eine andere Frage. Jedes neue Gerät verbraucht Rohstoffe und Energie. Dazu kommen Herstellung und Transport. Das umweltfreundlichste Smartphone ist deshalb das, das bereits vorhanden ist.

Bevor ein neues Gerät gekauft wird, sind drei Optionen zu prüfen:

  • Weiternutzen. Tut das alte Handy noch seinen Dienst? Oft reicht ein neuer Akku.
  • Weitergeben. Ein Gerät aus der Familie ist billiger als ein Neukauf und schont Ressourcen.
  • Secondhand oder refurbished. Professionell aufbereitete Geräte kommen meist mit Garantie.

Erst wenn keine dieser Möglichkeiten greift, wird der Neukauf zur Frage. Dann gilt: Je höher Klasse und Index, desto länger lässt sich das Gerät im Zweifel am Leben halten. Und desto später wird es zu Elektroschrott.

Wie es weitergeht

Die EU will die Reparaturbewertung schrittweise auf weitere Produkte ausdehnen. Die Europäische Kommission nennt dabei weitere Elektronikgeräte und Haushaltsgeräte als mögliche Kandidaten. Ein Zeitplan steht noch aus. (hat)

Häufige Fragen

Wo finde ich die Reparaturklasse?

Auf dem EU-Energielabel, rechts in der unteren Hälfte, neben einem Werkzeugsymbol. Händler müssen das Label online und im Laden anzeigen.

Was ist der Unterschied zwischen Reparaturklasse und Reparaturindex?

Die Klasse (A bis E) ist die grobe Einstufung. Der Index (0 bis 5 Punkte) ist die genaue Punktzahl dahinter. Die Klasse ergibt sich aus dem Index.

Ab wann gilt das Label?

Seit dem 20. Juni 2025 für neu in der EU verkaufte Smartphones und Slate-Tablets.

Wo sehe ich die Werte für einzelne Modelle?

Die aktuelle Übersicht steht auf oekotopten.lu unter „Bestreparierbare Smartphones“. Sie wird laufend aktualisiert.

Zählt ein guter Reparaturindex auch bei gebrauchten Geräten?

Ja. Wer ein Secondhand- oder refurbished-Modell kauft, sollte den Index des ursprünglichen Modells prüfen. Er sagt etwas darüber aus, wie lange das Gerät noch versorgt werden kann.

1 Kommentare
RCZ 08.09.202621:20 Uhr

Die Smartphone gesteuerten Kinder verblöden immer schneller KI beschleunigt!....

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