Schmuggel nimmt zu
2025: Mehr als drei Tonnen Drogen am Flughafen Luxemburg sichergestellt
Der Flughafen Luxemburg entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Transitknoten für den internationalen Drogenschmuggel. Allein 2025 stellten die Behörden dort mehrere Tonnen illegaler Substanzen sicher.
Im Februar wurden am Findel 508 Kilogramm Kokain entdeckt Foto: Administration des douanes et accises
Die Staatsanwaltschaft Luxemburg verzeichnet für das Jahr 2025 einen deutlichen Anstieg bei der Sicherstellung von Drogen am Cargo Center des Luxemburger Flughafens. Wie aus einer Mitteilung vom Freitag hervorgeht, wurden allein im vergangenen Jahr dort mehrere Tonnen illegaler Substanzen abgefangen. Die Zahlen unterstreichen die wachsende Bedeutung Luxemburgs als Transitland im internationalen Drogenschmuggel – und den zunehmenden Druck durch organisierte, grenzüberschreitende Kriminalität.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft beschlagnahmten die Behörden 2025 rund 874 Kilogramm Kokain, knapp 74 Kilogramm Methamphetamin sowie mehr als 2,25 Tonnen Marihuana. Hinzu kamen rund 108 Kilogramm Haschisch und etwa 150 Kilogramm sogenannter chemischer Vorläuferstoffe, die bei der Herstellung synthetischer Drogen verwendet werden. Besonders auffällig ist dabei die hohe Menge an Cannabisprodukten, die innerhalb nur eines Jahres sichergestellt wurde.
Zuständig für die Koordination der Ermittlungen ist die Abteilung „Organisierte Kriminalität und Drogen“ der Staatsanwaltschaft. Ziel sei es nicht nur, illegale Drogen abzufangen, sondern vor allem die dahinterstehenden kriminellen Netzwerke zu identifizieren und sie nachhaltig zu zerschlagen – auch dann, wenn die Ware nicht für den luxemburgischen Markt bestimmt ist. Denn in den meisten Fällen waren die sichergestellten Drogen für andere europäische Länder vorgesehen.
Immer größer werdende Rolle des Flughafens
Die Staatsanwaltschaft führt den Anstieg der beschlagnahmten Substanzen unter anderem auf veränderte geopolitische Rahmenbedingungen zurück. Politische Umbrüche, gesetzliche Änderungen in Produktions- und Herkunftsregionen sowie verstärkte Kontrollen in großen Seehäfen wie Antwerpen oder Rotterdam hätten dazu geführt, dass kriminelle Netzwerke ihre Schmuggelrouten anpassen. Neben dem Seeweg werde zunehmend auch der Luftfrachtverkehr genutzt.
Der Flughafen Luxemburg spiele dabei aufgrund seiner zentralen Lage in Europa, seiner globalen Anbindung und seiner wichtigen Rolle im internationalen Frachtverkehr eine immer bedeutendere Rolle. Kriminelle Organisationen hätten den Standort gezielt als potenziellen Umschlagplatz identifiziert, insbesondere für Luftfracht mit Weitertransport in andere EU-Staaten.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, setzen die luxemburgischen Behörden auf verstärkte Kontrollen und internationale Zusammenarbeit. Die Zollverwaltung analysiert Frachtunterlagen systematisch und führt bei Auffälligkeiten gezielte Inspektionen durch. Gleichzeitig haben die Abteilung „Unterstützung – technische und wissenschaftliche Polizei“ des SPJ sowie die Abteilung „Organisierte Kriminalität – Betäubungsmittel“ des SPJ spezielle Ermittlungsmethoden weiterentwickelt und zusätzliche Schulungen, etwa im Bereich synthetischer Drogen, durchgeführt.
Fentanyl bisher keine nennenswerte Rolle in Europa
Die Ermittlungen erfolgen in enger Abstimmung mit ausländischen Behörden. Mit Unterstützung von Eurojust werden die Justizbehörden der Zielländer frühzeitig informiert, um gemeinsam gegen die internationalen Schmuggelnetzwerke vorzugehen. Ziel sei es, den Drogentransit durch Europa langfristig einzudämmen und die dahinterstehenden Strukturen zu zerschlagen.
Trotz der großen Mengen betont die Staatsanwaltschaft, dass das besonders gefährliche Opioid Fentanyl bislang keine nennenswerte Rolle auf dem europäischen Markt spiele. In den USA ist die Substanz für zahlreiche Drogentote verantwortlich.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Transport und der Vernichtung der beschlagnahmten Drogen. Aufgrund des hohen Marktwerts und der teils enormen Mengen gelten in Luxemburg besonders strenge Sicherheitsvorkehrungen. Hintergrund sind Erfahrungen aus dem Ausland, wo kriminelle Gruppen bereits versucht haben, beschlagnahmte Drogen gewaltsam zurückzuerlangen. Ein gesicherter Transport am 30. Dezember 2025 diente laut Staatsanwaltschaft als Beispiel für die umfassenden Schutzmaßnahmen.