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Luxemburger Traditionsbank BIL steht wieder zum Verkauf

Die Financial Times bestätigte bestehende Gerüchte: Der aktuelle Besitzer der Luxemburger Bank BIL will diese, nach fast zehn Jahren, weiterverkaufen.

Für die BIL könnte bald wieder eine neue Etappe beginnen

Für die BIL könnte bald wieder eine neue Etappe beginnen Foto. Christian Muller

Die Luxemburger Traditionsbank BIL steht erneut zum Verkauf. Wie die Financial Times am Sonntag berichtet, hat der chinesische Eigentümer Legend Holdings den Prozess gestartet und arbeitet dazu mit Goldman Sachs zusammen. Angeboten wird der 90-Prozent-Anteil an der 1856 gegründeten Bank.

Erste Gebote werden gegen Ende des Monats erwartet. Gerechnet werde laut Financial Times mit einem Preis von 2,5 Milliarden Dollar – oder mehr. Interesse haben könnten Institute aus Europa und aus dem Mittleren Osten, so die Zeitung. Sie fügt gleichzeitig aber hinzu, dass die Diskussionen sich noch in einem frühen Stadium befinden, und noch nichts entschieden ist.

Fast zehn Jahre ist es her, dass Legend Holdings die Luxemburger Bank gekauft hatte. Bezahlt hatte die Unternehmensgruppe, die Besitzer des Computerkonzerns Lenovo ist, damals 1,48 Milliarden Euro für die Bank. Zu dieser Zeit war der heutige Premierminister Luc Frieden Präsident des Verwaltungsrates der BIL.

Bereits für die Investoren aus Katar (Precision Capital), die die Bank nur fünf Jahre vorher gekauft hatten, als diese Teil des zusammenbrechenden Dexia-Konzerns war, ist es ein lohnendes Geschäft gewesen. Sie hatten damals gerade mal 730 Millionen Euro auf den Tisch legen müssen.

Deutliche Preissteigerungen

Gerüchte darüber, dass die BIL nun erneut zum Verkauf stehe, gibt es bereits seit Monaten. Im Mai 2026 beispielsweise hatte das Magazin Paperjam berichtet, dass die BIL im Mehrjahresplan der Legend Holdings nicht mehr vorkomme. Das, obwohl sie den zweitwichtigsten Beitrag zum Gewinn der Gruppe geleistet habe. Lenovo wolle sich auf KI, neue Materialien und technologische Souveränität konzentrieren.

Die BIL selbst steht gut da. 2025 ist ihr Nettogewinn um 24 Prozent auf 210 Millionen Euro gewachsen, das verwaltete Vermögen um 7 Prozent auf 50,1 Milliarden Euro. „Das Jahr 2025 markierte den Auftakt des Strategieplans 2025–2030 der BIL, der darauf abzielt, die Position der Bank als in Luxemburg verwurzelte Universalbank zu stärken“, schrieb die Bank in ihrer Pressemitteilung zum Jahresergebnis 2025. In Hongkong gab sie ihr Büro für Vermögensverwaltung auf, eröffnete aber eine Filiale in Paris.

Beim Einstieg 2017 hatte Legend zugesichert, den Sitz der BIL in Luxemburg zu belassen, und langfristigere Ziele als Precision Capital zu verfolgen. Wie lange die „langfristige“ Beteiligung dauern sollte, blieb damals offen. Man sehe die BIL nicht als spekulative Finanzinvestition, sondern als Teil der langfristigen strategischen Beteiligungen, so Legend Holdings damals. Der Luxemburger Staat hält rund 10 Prozent an der BIL.

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