Immobilien in Luxemburg
Kreditvolumen bleibt trotz sinkender Zinsen weiter deutlich unter Vorkrisenniveau
Trotz sinkender Zinssätze erholt sich das Volumen der neuen Immobilienkredite nur langsam. Neue Zahlen der Luxemburger Zentralbank zu dem Jahr 2025 zeigen: Das Kreditvolumen liegt immer noch deutlich unter den Werten von vor der Krise.
Seit Jahresbeginn 2024 fallen hierzulande die Zinsen – für potenzielle Käufer von Immobilien jedoch bisher nicht stark genug Foto: Editpress/Isabella Finzi
Die Zinssätze für Immobilienkredite haben in den letzten Jahren eine turbulente Entwicklung durchlaufen. Mitte 2022 waren es in Luxemburg gerade mal 1,3 Prozent, die die Haushalte im Schnitt für neue Immobilienkredite mit einem variablen Zinssatz akzeptieren mussten. Im Dezember 2023, dem Monat mit den höchsten Zinssätzen, waren es satte fünf Prozent.
Seit diesem Höchststand hat sich die Lage nach und nach wieder beruhigt: Bis Dezember 2024 war der durchschnittlich geforderte variable Zinssatz für neue Immobilienkredite auf vier Prozent zurückgegangen. Auch im nun abgelaufenen Jahr 2025 ist es weiter nach unten gegangen. Im Dezember 2025 lag der Satz, neuen Zahlen der Luxemburger Zentralbank zufolge, nur noch bei 3,15 Prozent.
Bemerken kann man jedoch, dass die Zinsen nur bis August gesunken sind: In dem Monat war mit 2,99 Prozent ein Tiefstand erreicht worden – seitdem scheint sich die Höhe der gefragten Zinssätze stabilisiert zu haben.
Feste Zinsen verharren auf erhöhtem Niveau
Die Zinssätze für neue Immobilienkredite mit einem festen Zinssatz haben sich derweil 2025 leicht anders entwickelt: Für solche Kredite mit einer Laufzeit von mehr als zehn Jahren mussten die Luxemburger Kunden im Dezember im Schnitt einen Zinssatz von 3,74 Prozent in Kauf nehmen. Das sind fast 0,5 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor und liegt sehr nahe am letzten historischen Höchststand von knapp über vier Prozent, der im November 2023 erreicht worden war.
Hintergrund für die weiterhin vergleichsweise hohen Festzinsen ist unter anderem die Entwicklung der Zinsen an den Märkten für Staatsanleihen, die zuletzt – unter anderem in Erwartung vieler neuer Kredite für Verteidigungsausgaben – stark gestiegen sind.

Weiter herauslesen aus den Zahlen der Luxemburger Zentralbank lässt sich, dass die Immobilienkrise hierzulande noch lange nicht vorbei ist: Das Volumen der neu vergebenen Immobilienkredite zeigt zwar auch 2025 weitere Erholungszeichen, bleibt aber weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau. Im Gesamtjahr 2025 haben die Luxemburger Banken demnach neue Immobilienkredite in Höhe von 6,7 Milliarden Euro vergeben. Das ist mehr als im Vorjahr und deutlich mehr als die 5,5 Milliarden im Krisenjahr 2023.
Ein Ende der Krise bleibt jedoch in weiter Ferne: Vor dem Anstieg der Zinssätze, im Jahr 2021, waren nämlich neue Immobilienkredite mit einem Volumen von mehr als neun Milliarden Euro vergeben worden. Und auch in den Jahren 2018, 2019, 2020 und 2022 lag das Volumen der neuen Kredite deutlich über dem Niveau von 2025.
Zinsen für Spareinlagen fallen
Ähnlich wie die variablen Zinsen auf Kredite haben sich in den vergangenen zwölf Monaten auch die Zinsen auf Sparguthaben entwickelt: Während die Luxemburger Banken ihren Kunden im Januar 2022 im Schnitt nur Strafzinsen auf ihren Spareinlagen angeboten hatten, erreichte der durchschnittliche Zinssatz auf neuen Sparguthaben in Form von „dépôts à terme“ von bis zu einem Jahr im Januar 2024 einen Höchststand von 3,46 Prozent. Bis Dezember 2025 ist er nun wieder auf 1,60 Prozent zurückgefallen – nach 2,49 Prozent vor einem Jahr.
Wie sich der Leitzins in Europa in den kommenden Monaten weiterentwickeln wird, ist ungewiss. Das hängt vor allem von der künftigen Entwicklung der Inflationsrate und der globalen Konjunktur ab. Viele Unsicherheiten – darunter die US-Handelspolitik und gestiegene Verteidigungsausgaben in Europa – prägen derzeit die wirtschaftliche Lage, doch die Inflationsrate scheint unter Kontrolle.

Wohnungspreise
In den Jahren der Krise hatten dabei nicht nur die durchschnittlichen Zinssätze eine Achterbahnfahrt mitgemacht. Auch bei den Kaufpreisen für Wohnungen gab es viel Bewegung – nachdem Käufer Ende 2020 fast 700.000 Euro für eine durchschnittliche 80-m²-Wohnung zahlen mussten, waren die Preise bis Ende 2023 auf fast 600.000 Euro zurückgegangen. Mittlerweile (September 2025) haben sie wieder leicht zugelegt und liegen bei 641.331 Euro, wie die letzten Statec-Zahlen zeigen.