Wohlstand
In Luxemburg ist die Jugend arm: Blick auf die Zahlen von Eurostat zum Jahr 2022
Kurz vor den Wahlen noch schnell ein Blick auf die Entwicklung des Armutsrisikos in Luxemburg: Je nach Alterskategorie ist der Wohlstand hierzulande ungleich verteilt.
Je nach Alterskategorie schneidet Luxemburg beim Anteil der armutsgefährdeten Menschen sehr unterschiedlich ab Foto: Editpress/Alain Rischard
Europaweit gilt rund ein Fünftel der Bevölkerung (21,6 Prozent) als von Armut oder sozialer Ausgrenzung gefährdet. Das zeigen neue Zahlen des europäischen Statistikinstituts Eurostat zum Jahr 2022. Europaweit ist das eine leichte Verbesserung. 2015 lag die Quote noch bei 24 Prozent.
Obwohl die Unterschiede zwischen den Ländern sehr groß sind – in Tschechien beträgt das Armutsrisiko 11,8 und in Rumänien 34,4 Prozent – befindet sich das wohlhabende Luxemburg mit 19,4 Prozent nur leicht unter dem Durchschnitt. Im Gegensatz zur EU hat sich die Quote im Großherzogtum seit 2015 zudem leicht verschlechtert (damals: 18,4 Prozent).
Große Unterschiede gibt es bei der Armutsgefährdung dann auch je nach Alterskategorien: Besonders gut schneidet Luxemburg derweil bei der Armutsgefährdung in der Altersklasse der über 65-Jährigen ab. Hier gelten in keinem Land des Staatenbundes weniger Menschen als armutsgefährdet. In Luxemburg liegt die Quote bei 11,9 Prozent. In Estland sogar bei über 53 Prozent.
Nicht so gut sind die Zahlen Luxemburgs allerdings in Bezug auf jüngere Menschen. Bei Minderjährigen liegt die Quote hierzulande mit 24 Prozent (oder 31.000 Personen) nahe am europäischen Durchschnitt. Bei Jugendlichen zwischen 18 und 24 Jahren liegt die Quote in Luxemburg sogar bei 27 Prozent. Leicht höher als der europäische Durchschnitt.
Hohe Unterschiede zwischen den Haushaltskategorien hatte Eurostat bereits im Sommer mitgeteilt, als die Statistiker errechnet hatten, wie hoch der Anteil der Bevölkerung ist, der es sich leisten kann, wenigstens eine Woche pro Jahr in Urlaub zu fahren. Am besten schneidet Luxemburg ab. Hierzulande sind es 92,4 Prozent der Haushalte (europäischer Durchschnitt: 71,4 Prozent). Am allerbesten schneiden hierzulande Haushalte bestehend aus zwei Erwachsenen ab, von denen wenigstens einer älter als 65 ist. Gute 96,9 Prozent von ihnen können sich den Urlaub leisten.