Automarkt im ersten Quartal 2026

Immer mehr Luxemburger sind immun gegen Preissteigerungen beim Benzin

Während der Anstieg der Benzinpreise seit Wochen in aller Munde ist, nimmt die Zahl der Luxemburger, die unter dieser Entwicklung leiden, langsam, aber sicher immer weiter ab. Trotzdem ist der Anteil der Elektroautos an den Verkäufen seit Mitte 2024 nicht mehr am Wachsen.

Diagramm zur Entwicklung der Spritpreise, 9,1% der Luxemburger Autofahrer zeigen kein Interesse daran

Die Entwicklung der Spritpreise ist ein Thema, das 9,1 Prozent der Luxemburger Autofahrer nicht mehr interessiert Foto: AFP/Ina Fassbender

Seit dem Krieg um den Iran sind auch in Luxemburg die Preise an den Tankstellen gestiegen. Besonders deutlich gespürt haben dies die Besitzer von Diesel-Autos. Für sie ist der Preis einer Tankfüllung um etwa ein Drittel gestiegen. Bei Benzinern lagen die Preissteigerungen bei rund 16 Prozent. Ein Ende des Trends ist noch nicht absehbar.

Immer mehr Autofahrer bleiben derweil von Schwankungen beim Ölpreis verschont: Fast ein Zehntel der Luxemburger Pkw-Flotte (9,1 Prozent) sind mittlerweile Elektroautos. Das war bei der letzten Energiekrise, als im Februar 2022 russische Truppen in die Ukraine einfielen, noch deutlich anders. Damals hatte nur ein sehr kleiner Anteil der Luxemburger Autofahrer (2,1 Prozent) eine gewisse Immunität gegenüber dem Weltmarktpreis für das schwarze Gold.

Hintergrund ist das rasante Wachstum, das in den letzten Jahren bei den Verkäufen von Elektroautos verbucht worden ist. Ihr Anteil an den jährlichen Neuzulassungen ist seit 2019 praktisch explodiert. Damals lag er noch bei mageren 1,8 Prozent. Zwei Jahre später waren es 10,5 Prozent; 2022 dann bereits 15,2 Prozent.

Immer mehr Luxemburger sind immun gegen Preissteigerungen beim Benzin

Einen rekordhohen Anteil von 27,4 Prozent aller Neuzulassungen hatten die E-Autos im Jahr 2024 verbucht. Seitdem ist es jedoch vorbei mit der Rekordjagd. Experten erklären das langsamere Wachstum u.a. mit einem zunehmend gesättigten Markt und einer unsicheren politischen Vision. So verfügen beispielsweise viele Haushalte über keine eigene Solaranlage oder wohnen in Apartments ohne Lademöglichkeiten. Auch zunehmende Ungewissheiten, was Strompreise, sich verändernde Kaufprämien und die zukünftige Ausrichtung der Politik angeht, belastete. Im Jahr 2025 standen die Elektroautos hierzulande nur noch für einen Anteil von 26,9 Prozent an den Verkäufen.

Auch in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres haben die Elektroautos nun hierzulande keine neuen Rekorde mehr verbucht. Ihr Anteil an den Neuzulassungen lag weiterhin bei 26,9 Prozent – leicht über dem europäischen Durchschnitt, aber deutlich hinter den nordischen Vorreitern wie Norwegen und Dänemark.

Immer weniger Dieselfahrzeuge

Doch auch ohne neues, zusätzliches Wachstum bedeuten die Zahlen, dass zwischen Januar und März mehr E-Autos hierzulande verkauft wurden als Benziner (23,7 Prozent) oder Diesel (10,1 Prozent): Am beliebtesten bei den Verbrauchern sind seit einiger Zeit Hybrid-Fahrzeuge (39,2 Prozent der Neuzulassungen im ersten Quartal 2026).

2025 waren erstmals in einem Jahr mehr E-Autos neu angemeldet worden als Benziner. Bereits seit Februar 2023 werden durchgehend jeden Monat mehr Elektro- als Dieselautos verkauft. Letztere standen 2020 noch für 36,8 Prozent der Neuzulassungen.

In reellen Zahlen ausgedrückt sind es, alle Antriebsarten zusammengezählt, 12.553 Autos, die in den ersten drei Monaten des Jahres neu zugelassen wurden. Das sind in etwa gleich viele wie im gleichen Zeitraum der beiden Jahre davor. Die Zahlen vom Rekordjahr 2019 bleiben weiterhin unerreicht. Auf rekordträchtige 16.420 ist derweil die Zahl der Gebrauchtwagen gestiegen, die neu an/umgemeldet wurden.

Eine Flotte von 463.608 Autos

Doch auch wenn der Elektroauto-Boom in Luxemburg seit Mitte 2024 an Schwung verloren hat, so legt ihr Anteil an der gesamten Automobilflotte im Lande stetig zu. Von den insgesamt 463.608 Autos, die Anfang April hierzulande angemeldet waren, lag der Elektro-Anteil, wie zu Beginn des Artikels erwähnt, bei 9,1 Prozent. Zählt man die Plug-in-hybriden Fahrzeuge hinzu, dann erreicht man 13,1 Prozent.

Das ist, wie erwähnt, ein großer Fortschritt verglichen mit der Zeit der letzten Energiekrise – doch das Ziel von 49 Prozent Autos, die an der Steckdose aufgeladen werden können, das im nationalen Klimaplan PNEC für das Jahr 2030 vorgesehen ist, bleibt „unerreichbar weit entfernt“, wie der Branchenverband Fedamo bereits zu Jahresbeginn in einer Pressekonferenz erklärt hatte.

Den größten Anteil des Luxemburger Autofuhrparks bilden mit 42,5 Prozent weiterhin unangefochten die Benziner. Dies jedoch erst seit Mai 2023: In den Monaten und Jahren zuvor standen Dieselfahrzeuge für den größten Anteil. Letztere bilden heute noch einen Anteil von 32,1 Prozent an der Automobilflotte.

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