Wirtschaft
Statec macht sich Sorgen um die Entwicklung der Konjunktur in Luxemburg
Das Luxemburger statistische Institut ist nicht optimistisch, was die Entwicklung der Konjunktur im weiteren Verlauf des Jahres angeht. Hintergrund sind die Folgen des Konflikts im Nahen Osten. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten „Conjoncture flash“ hervor.
Luxemburg ist weit weg vom Iran - von den Folgen des Krieges bleibt das Land trotzdem nicht verschont Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Nachdem Europas Zentralbank letzte Woche ihre Wachstumsprognose für die Eurozone nach unten revidiert und gleichzeitig ihre Inflationsprognose kräftig angehoben hat, befürchtet nun auch das Statec, die Prognosen für das Wirtschaftswachstum in Luxembur, für das laufende Jahr herunterschrauben zu müssen.
Nach einem überaus schwachen BIP-Wachstum von lediglich 0,6 Prozent im Jahr 2025, trüben „die Verschlechterung des internationalen Umfelds und die Befürchtung eines neuen Inflationsschocks“ nun die Aussichten für 2026, schreiben die Statistiker am Dienstag in ihrem monatlichen „Conjoncture flash“. Die aktuelle Wachstumsprognose von 1,7 Prozent für 2026 „dürfte angesichts der Verschlechterung des internationalen Umfelds nach unten korrigiert werden“, so das Statec.
Der Krieg um den Iran, „dessen Ende zum jetzigen Zeitpunkt noch unvorhersehbar ist“, hat einen sprunghaften Anstieg der Öl- und Gaspreise auf den internationalen Märkten ausgelöst, so die Statistiker weiter. Dies insbesondere aufgrund der Blockade der Straße von Hormus. „Der Preis für ein Barrel Brent liegt seit Mitte März über der 100-Dollar-Marke, ein Niveau, das seit 2022 nicht mehr erreicht wurde, als Russland den Krieg gegen die Ukraine begann.“
Die Befürchtung eines anhaltenden Schocks bei den Energiepreisen führe nun natürlich zu der Sorge vor einer deutlich höheren Inflation als erwartet und vor einer Verschlechterung der Konjunkturaussichten.
Diesel bereits 37 Prozent teurer
Der Anstieg des Brent-Preises hat sich bereits auf die Preise an den Tankstellen in Luxemburg ausgewirkt, so Statec weiter: Seit Ende Februar ist der Dieselpreis um etwa 37 Prozent (oder 0,54 Euro) und der Preis für Benzin 95 um etwa 16 Prozent (oder 0,24 Euro) gestiegen. Ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht. „Weitere Aufwärtsdrücke bestehen fort und könnten sich mit einer gewissen Verzögerung auf die Inflation auswirken“, so die Statistiker.
Des Weiteren werde fast ein Drittel der weltweiten Düngemittel über die Straße von Hormus transportiert, erinnern sie. Die Harnstoffpreise sind bereits um 30 Prozent gestiegen, was sich auf die landwirtschaftlichen Kosten und damit auf die Lebensmittelpreise auswirken dürfte, so das Statec, das darauf hinweist, dass „während der Energiekrise von 2021-2022 die Lebensmittelpreise in Luxemburg mit einer Verzögerung von etwa einem Jahr gestiegen waren“.
Sollte sich der Konflikt hinziehen, könnte dies die Inflation nachhaltig anheizen, sagen die Statistiker voraus. An seiner Prognose, dass die nächste Index-Tranche im zweiten Quartal 2026 fällt, hält das Institut aktuell jedoch vorerst weiter fest.

Die aktuellen Prognosen für 2026 werden wohl heruntergeschraubt werden müssen