Edelmetalle
Gold und Silber: Heftige Korrektur nach monatelanger Rallye
Nach einer monatelangen Rekordjagd ist der Preis der Edelmetalle Gold und Silber in den letzten Tagen heftig eingebrochen. Verglichen mit dem Jahresbeginn sind die Kurse jedoch immer noch spürbar im Plus. Deutlich heftiger sind die Rückgänge, die die Kryptowährung Bitcoin in den letzten Monaten verbucht hat.
Gold und Silber gelten in Krisenzeiten als „sichere Häfen“ Foto: dpa/Fernando Gutierrez-Juarez
Viele Anleger mussten sich in den letzten Tagen die Augen wischen, als sie sich die Entwicklung des Preises für Gold oder Silber anschauten. Bei beiden Edelmetallen sind die Kurse heftig eingebrochen.
Dass der Preis für Gold rückläufig sein kann, hatten viele Anleger bereits fast vergessen. Seit Anfang 2024 ging es mit dem Wert des Edelmetalls beständig nach oben. Damals, vor etwa zwei Jahren, kostete ein Gramm des gelben Metalls lediglich 60 Euro.
Infolge der schwierigen geopolitischen Lage investierten Anleger verstärkt in als sicher geltende Werte: Im Februar 2025 kostete ein Gramm Gold rund 90 Euro. Weiter befördert wurden die Kurse dann von der Unberechenbarkeit der Politik von US-Präsident Donald Trump: Ende Januar 2026 wurde ein neuer historischer Höchststand bei rund 145 Euro pro Gramm erreicht.
Überrascht wurden viele Anleger dann jedoch mit der Entwicklung des Goldpreises in den letzten Tagen: Der Preis ist deutlich eingebrochen, und liegt nun am 2. Februar „nur“ noch bei rund 128 Euro pro Gramm – ein Einsturz von mehr als zehn Prozent innerhalb weniger Tage.
Marktbeobachter sehen den Grund für die Wende erneut in einer Entscheidung des US-Präsidenten: Seine Nominierung von Kevin Warsh als Nachfolger von Notenbankchef Jerome Powell löste bei vielen Analysten die Erwartung aus, dass die USA doch weiter einen starken Dollar haben wollen. Wäre das so, dann wären die Anleger weniger auf Gold angewiesen, um sich gegen einen schwächeren Dollar abzusichern.
Noch deutlich heftiger abgestürzt als der Goldpreis ist in den letzten Tagen der Preis für Silber: ein Minus von fast 30 Prozent. Ende Januar mussten Anleger mehr als drei Euro für ein Gramm Silber zahlen. Am Montagnachmittag waren es nur noch rund 2,1 Euro. Hintergrund bei diesem Preisrückgang sind vermutlich größtenteils Veränderungen bei den Regeln zum Kauf von Silberpapieren an den Börsen.
Bitcoin deutlich heftiger eingebrochen
Bei der Heftigkeit der einstürzenden Preise gilt es jedoch zu relativieren. Die Rückgänge, sowohl in Euro/Gramm als auch in Prozent ausgedrückt, sind zwar sehr hoch, doch sind die Preise bei beiden Edelmetallen heute immer noch spürbar höher als zu Jahresbeginn. Sie haben beide demnach nur einen Teil des Preiszuwachses der vergangenen fünf Wochen eingebüßt.
Gold ist damit immer noch rund acht Prozent teurer als Anfang Januar, Silber sogar mehr als zehn Prozent. Dies nach den bereits starken Wachstumszahlen im Vorjahr, als Gold etwa 60 Prozent an Wert zugelegt hatte und sich der Preis von Silber praktisch verdoppelt hatte.
Auch bleibt die Mehrheit der Analysten optimistisch, dass es mit den steigenden Preisen weitergehen könne. Die Faktoren, die die Preise in den letzten Monaten angetrieben haben, von geopolitischen Unsicherheiten bis zu goldkaufenden Zentralbanken, dürften weiter Bestand haben.
Deutlich heftiger gebeutelt als die Käufer von Edelmetallen wurden in den letzten Monaten übrigens die Menschen, die auf Kryptowährungen gewettet hatten. So hatte beispielsweise der Wert des Bitcoin im Oktober 2025 einen historischen Rekord bei mehr als 100.000 Euro erreicht. Zum Jahresende stand der Wert nur noch bei rund 75.000 Euro pro Bitcoin. Bis Anfang Februar ist er weiter gefallen, auf aktuell nur noch 66.000 Euro pro „Coin“.