ArcelorMittal-Headquarter
Das künftige Wahrzeichen des Kirchbergs wächst
Der Bau des neuen Hauptsitzes von ArcelorMittal schreitet voran. Das Gebäude beginnt, sich als Teil der Skyline des Geschäftsviertels Kirchberg in Luxemburg-Stadt durchzusetzen. Noch sind es nur die Hälfte der Stockwerke, die gebaut sind, doch lässt sich bereits erahnen, wie imposant das Gebäude einmal aussehen wird.
Das Gebäude wird noch weiter wachsen. Es wird so hoch werden wie der Kran links. Foto: Editpress/Didier Sylvestre
„Das Gebäude beginnt Gestalt anzunehmen“, unterstreicht Vijay Goyal, Vizepräsident des Stahlkonzerns vor Journalisten in Luxemburg. „Hiermit schreiben wir ein weiteres Stück der Geschichte, die ArcelorMittal so eng mit dem Land verbindet. (…) Die Minett hat den Grundstein des Reichtums Luxemburgs gebildet, wie auch von unserem Unternehmen. (…) Wir sind stolz darauf, dieses Erbe fortzuführen.“
Luxemburg sei nicht nur „unser Zuhause“ geblieben, sondern auch „unser Symbol für Widerstandsfähigkeit, Wandel und Ehrgeiz“, so Goyal weiter. „In diesem Sinne haben wir einen Hauptsitz entworfen, der widerspiegelt, wer wir heute sind und was wir morgen werden wollen. Wir haben uns für den Kirchberg entschieden, weil er das moderne Gesicht Luxemburgs repräsentiert, ein dynamisches internationales Geschäftsviertel im Herzen Europas.“ Es sei Beispiel eines „neuen, lebendigen, nachhaltigen und innovativen Stahl-Gebäudes“.
Für das neue ArcelorMittal-Gebäude werden 9.000 Tonnen Stahl verbaut – rund 1.700 Tonnen mehr als beim Eiffelturm
„Rund 9.000 Tonnen Stahl werden hier verbaut. Das ist mehr als die 7.300 Tonnen des Eiffelturms“, hebt Architekt Jean-Michel Wilmotte hervor. Der Stahl kommt aus den Werken Belval und Differdingen. Ein besonders nachhaltiger Stahl. Aus dem Luxemburger Werk von Guardian werden die rund 27.000 m2 benötigtes Glas kommen. Man habe viel Wert daraufgelegt, lokale Zulieferer zu finden, so der Konzern.
Zugang für die Öffentlichkeit
Die Unternehmensgruppe hatte am Freitag Vertreter der Presse eingeladen, um über die Fortschritte auf „der größten Baustelle der Großregion“ zu berichten und das Gebäude zu zeigen. Rund 250 Arbeiter sind täglich hier aktiv.
Der neue Hauptsitz hat die Form eines Pentagons. Mit zwei Eingängen soll es 79 Meter hoch werden, so der für das Bauprojekt zuständige Pierre Engel. In der Mitte des Gebäudes wird es ein Hohlraum geben, ein sich bis oben durchziehendes Atrium. Das soll 60 Meter hoch werden – also deutlich höher als bei der Kathedrale in Metz, präzisiert er. Unten soll ein grüner Garten mit Bäumen entstehen. Rund um das Atrium entsteht auf jedem Stockwerk 20 Meter breiter Büroraum. Hinzu kommen 375 Parkplätze, ein Auditorium mit 200 Sitzplätzen und Solarmodule auf dem Dach.
Das Vorzeigegebäude soll ein Ort werden, wo sich Unternehmen und Gesellschaft treffen können, unterstreicht Wilmotte. Zu dem Restaurant, den Dienstleistungen und den Geschäften auf dem Erdgeschoss soll daher auch die Öffentlichkeit Zugang haben.
Heute ist es bereits über acht Stockwerke hoch, die Treppenhäuser reichen derzeit bis über das achte Stockwerk, während die Stahlkonstruktion und die Decken bis zum sechsten Stockwerk gebaut sind. Die Aussicht von hier ist grandios: In jeder Richtung kann der Blick bis weit über Luxemburg-Stadt hinwegschweifen. Es wird eines der höchsten Gebäude des Landes. 21 Stockwerke sind geplant.
Pierre Engel, Jean-Michel Wilmotte, Vijay Goyal und Borina Andrieu, Geschäftsführer von Wilmotte & Associés Foto: Christian Muller
Nach der Ankündigung des Neubaus im Jahr 2017 dauerte es bis 2023, ehe der Grundstein gelegt wurde. Geplant war die Fertigstellung für 2021, doch in Gang kam das Projekt erst durch die Hilfe des Luxemburger Staates. Dieser hatte Anfang 2023 angekündigt, die Hälfte des Gebäudes zu finanzieren und die betreffende Bürofläche für die eigenen, wachsenden Bedürfnisse der Verwaltung nutzen zu wollen.
Die andere Hälfte des Vorzeige-Stahl-Gebäudes, das Platz für mehr als 2.000 Arbeitsplätze bietet, bleibt für ArcelorMittal, die Schwesterfirma Aperam, und einen noch zu findenden Mieter. Seit der Luxemburger Stahlkonzern den alten, traditionellen, denkmalgeschützten Arbed-Hauptsitz im Jahr 2013 aus Kostengründen eingemottet hatte, ist das Unternehmen Mieter der eigenen Firmenzentrale im Boulevard d’Avranches.
Anfang 2027 sollen die ersten Mitarbeiter in die Büros ziehen können. Zur Mitte desselben Jahres sollen die Arbeiten dann komplett fertig sein.
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