Iran-Krieg
Benzin wird erneut teurer: Super 98 kostet in Luxemburg ab Dienstag 5,2 Cent mehr
Der Krieg im Iran wirkt sich weiter auf die Spritpreise aus. In Luxemburg steigt der Preis für Super 98 am Dienstag erneut.
Die Preise an Luxemburgs Tankstellen steigen weiter Foto: Editpress/Vincent Lescaut
Der Iran-Krieg treibt die Preise an Luxemburgs Tankstellen weiter nach oben. Am Dienstag steigt der Preis für Super 98 um 5,2 Cent pro Liter auf 1,700 Euro, wie das Wirtschaftsministerium am Montagabend mitteilt.
Der Preis für Super 95 verändert sich hingegen nicht. Er beträgt weiterhin 1,567 Euro. Auch der Dieselpreis ist von der neuen Anpassung nicht betroffen: Er beträgt weiterhin 1,772 Euro pro Liter. Der Literpreis war zunächst am Donnerstag um 21 Cent gestiegen, am Samstag dann noch einmal um weitere 7,6 Cent.
Unverändert bleiben ebenfalls die Heizölpreise. Der Liter 10-ppm-Heizöl kostet bei einer Abnahme von mindestens 1.500 Litern 1,224 Euro.
Alle Preise inklusive Umsatzsteuern (TVA).
Ölpreis auf höchstem Stand seit 2022
Am zehnten Tag des Iran-Kriegs ist der Ölpreis deutlich über die Schwelle von 100 Dollar gestiegen. Ein Barrel kostete am Montag im asiatischen Handel zeitweise fast 120 Dollar, der Ölpreis lag damit auf dem höchsten Stand seit 2022. Auch der Gaspreis stieg weiter stark. Die Finanzminister der G7-Staaten wollten bei einem virtuellen Treffen auch über eine Freigabe von Erdöl aus Notreserven beraten.
Der Ölpreis legte am Montag binnen weniger Stunden um bis zu 30 Prozent zu. Im asiatischen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent in der Spitze mehr als 119 Dollar und notierte gegen 13.40 Uhr (MEZ) bei rund 102 Dollar. Für die US-Sorte WTI wurden zwischenzeitlich ebenfalls mehr als 119 Dollar aufgerufen, der Preis lag gegen 13.40 Uhr bei knapp 100,40 Dollar. Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels gegen den Iran sprang der Preis für WTI damit um rund 60 Prozent – einen so drastischen Anstieg in so kurzer Zeit gab es noch nie.
Auch der Preisanstieg beim Erdgas hielt an. Am Montagmorgen schnellte der niederländische TTF-Kontrakt, der als wichtigster europäischer Referenzwert gilt, rund 30 Prozent in die Höhe. Er notierte zeitweise bei 69,70 Euro.
Seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, de facto gesperrt. Die Meerenge zwischen der arabischen Halbinsel und dem Iran wird vom iranischen Militär kontrolliert.
Börsenkurse am Montag gesunken
Als Folge des immer weiter steigenden Ölpreises sanken die Börsenkurse am Montag. In Paris, Frankfurt und London gaben die Kurse jeweils um ein bis zwei Prozent nach. Zum Beginn des Handelstags an der New Yorker Wall Street lagen alle wichtigen Aktienindizes um mindestens ein Prozent im Minus.
Zuvor waren in Asien wichtige Börsen eingebrochen: In Japan lag der Aktienindex Nikkei zum Handelsschluss über fünf Prozent im Minus. In Südkorea gaben die Kurse knapp sechs Prozent nach. Die asiatischen Länder sind stark abhängig von Öl und Gas aus Nahost.
Die Finanzminister der G7-Staaten, zu denen auch Japan gehört, wollten noch am Montag über eine mögliche Freigabe von Erdöl aus strategischen Reserven sprechen. „Der Rückgriff auf die strategischen Reserven ist eine Option“, sagte der französische Präsident Emmanuel Macron zu Journalisten.
Die Internationale Energieagentur (IEA) verpflichtet ihre Mitglieder, ständig Ölbestände vorzuhalten, die mindestens 90 Tagen Netto-Importen entsprechen. Damit sollen Schocks wie ein länger andauernder Konflikt im Nahen Osten abgefedert werden.
EU-Kommission: Kein „unmittelbares“ Risiko für Versorgung
Die EU-Kommission sieht trotz der hohen Öl- und Gaspreise infolge des Iran-Kriegs weiter kein „unmittelbares“ Risiko für die Versorgung in Europa. „Es gibt keinen unmittelbar bevorstehenden Engpass in der europäischen Ölversorgung“, sagte eine Kommissionssprecherin am Montag in Brüssel. Die EU-Staaten hätten derzeit ausreichend Öl in ihren Vorräten.
Die EU verpflichtet ihre Mitglieder, ständig Ölbestände vorzuhalten, die 90 Tagen ihrer Netto-Importe entsprechen. Die Versorgung sei deshalb sichergestellt, erklärte die Sprecherin. Dies gelte auch für Ungarn und die Slowakei, die im Februar bereits ihre Vorräte angezapft hatten, nachdem eine Ölpipeline in der Ukraine beschädigt und stillgelegt worden war.
Auch bei der Gasversorgung sei die Lage „unter Kontrolle“, fügte sie hinzu. Anders als während der Energiekrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 sei die EU nun weniger abhängig von einzelnen Lieferanten, nur ein Bruchteil der Flüssiggas-Importe in die EU stamme aus den Golfstaaten.
Die Finanzminister der G7-Staaten, zu denen auch Japan gehört, wollten noch am Montag über eine mögliche Freigabe von Erdöl aus strategischen Reserven sprechen. „Der Rückgriff auf die strategischen Reserven ist eine Option“, sagte der französische Präsident Emmanuel Macron zu Journalisten.
Die Internationale Energieagentur (IEA) verpflichtet ihre Mitglieder, ständig Ölbestände vorzuhalten, die mindestens 90 Tagen Netto-Importen entsprechen. Damit sollen Schocks wie ein länger andauernder Konflikt im Nahen Osten abgefedert werden.