Luftfahrt

2020 war kein gutes Jahr für den Findel: Zahl der Passagiere sinkt um 68 Prozent

Seit 2010 verbuchte der Luxemburger Flughafen jedes Jahr neue Rekorde bei den Passagierzahlen. Das Geschäft boomte. Diese Erfolgsserie hat die Covid-Pandemie jäh unterbrochen.

In einem „normalen“ Jahr steht der Findel für 5 bis 6 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes. Indirekt hängen bis zu 20.000 Arbeitsplätze am Geschäft mit dem Fliegen.

In einem „normalen“ Jahr steht der Findel für 5 bis 6 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes. Indirekt hängen bis zu 20.000 Arbeitsplätze am Geschäft mit dem Fliegen. Foto: Lux-Airport/Vincent Flamion

Von den Auswirkungen der Covid-19-Krise ist der Luftverkehrssektor eine der am stärksten betroffenen Branchen, schreibt der Luxemburger Flughafenbetreiber LuxAirport am Mittwoch in einer Pressemeldung. Der Findel schließt das Verkehrsjahr 2020 mit 1,4 Millionen Passagieren ab, einer Zahl, wie sie zuletzt im Jahr 2003 zu verzeichnen war. 

Der Rückgang der Passagierzahlen bedeutet ein Minus von 68 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2019. Damals  konnte sich der Luxemburger Flughafen noch freuen: Insgesamt 4,42 Millionen Passagiere hatten damals den Flughafen genutzt. Während mehr als zehn Jahren kannten die Passagierzahlen hierzulande nur eine Richtung: nach oben. Im Jahr 2009 hatten erst 1,5 Millionen Passagiere den Findel genutzt. Vom diesjährigen Rückgang betroffen war jedoch nicht nur Luxemburg. Laut ACI (Airports Council International) liegt der durchschnittliche Passagierrückgang in der europäischen Luftfahrtbranche bei -71 Prozent, schreibt LuxAirport.

Wachstum im Bereich der Luftfracht

Während der Flughafen an sich das ganze Jahr über geöffnet und in Betrieb war, ruhte der reguläre Passagierflugverkehr in Luxemburg von März bis Ende Mai aufgrund der starken Reisebeschränkungen während der Pandemie. Während dieser Zeit spielte der Flughafen jedoch eine entscheidende Rolle für Fracht und insbesondere medizinische Flüge von und in die Großregion, ruft der Flughafenbetreiber in Erinnerung. Ein deutlicher Anstieg (um sechs Prozent auf 947.000 Tonnen) konnte bis Jahresende beim Frachtvolumen verzeichnet werden. Das ist das historisch zweitbeste Ergebnis für den Findel. Nur 2018 konnten, mit 957.000 Tonnen, noch mehr Waren umgesetzt werden.

Den Blick auf die Zukunft gerichtet teilte LuxAirport am Mittwoch weiter mit, dass gerade in diesen Zeiten Fluggesellschaften, aufgrund der sich ständig ändernden Reisebeschränkungen, flexibel mit ihren Angeboten bleiben müssen. So habe Luxair kürzlich neue Direktflüge nach Rostock (Deutschland), Belgrad (Serbien) und Oslo (Norwegen) angekündigt, schreibt die Gesellschaft. Auch andere Fluggesellschaften, die von Luxemburg aus starten, hätten bereits angekündigt, ihre Flugziele zu erweitern, wenn es die Situation erlaube.

Covid-19 sei eine Krise, wie sie die Luftfahrt seit dem Zweiten Weltkrieg nicht erlebt hat, hatte René Steinhaus, Geschäftsführer von LuxAirport, im November gegenüber dem Tageblatt erklärt. Bis der Findel wieder auf dem Niveau von 2019 ankomme, könne es bis 2023 oder 2025 dauern, schätzte er. „Wir haben herausfordernde Jahre vor uns.“

Die Passagierzahlen der Luxair – ein Vergleich der Jahre 2019 und 2020

Die Passagierzahlen der Luxair – ein Vergleich der Jahre 2019 und 2020 Screenshot: Luxair

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