Rugby
Zweiter Sieg im zweiten Spiel: Luxemburg schlägt auch Norwegen verdient
Die Rugbynationalmannschaft will wieder in die Europe Trophy aufsteigen. Nach dem Auftaktsieg gegen Estland kam es am Samstag zum Duell mit Norwegen. Mit einem 41:12-Sieg im Stade de Luxembourg ist der zweite Schritt gemacht. Kapitän und Trainer sahen aber auch Verbesserungspotenzial.
Thomas Verlaque erzielte den ersten Versuch für die FLR-Auswahl Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
Luxemburgs Rugby-Nationalmannschaft will zurück in die Europe Trophy. Dafür reicht es allerdings nicht, die eigene Gruppe als Erster abzuschließen: Nur die zwei besten Gruppensieger der fünf Conference-Gruppen qualifizieren sich für ein Aufstiegsspiel. Neben Siegen sind deshalb vor allem Bonuspunkte entscheidend, die es für Erfolge mit mindestens drei Versuchen Unterschied gibt. Nach dem Auftaktsieg gegen Estland stand am Samstag das zweite Saisonspiel gegen Norwegen auf dem Programm. Auch diese Hürde nahm die FLR-Auswahl souverän und setzte sich mit 41:12 durch.
Zu Beginn tat sich Luxemburg zunächst schwer. Die Gäste aus Norwegen wären sogar fast in Führung gegangen. Ein Luxemburger konnte aber den gegnerischen Spieler kurz vor der Linie stoppen. Für Norwegens Henriksen war das Spiel bereits nach knapp zehn Minuten verletzungsbedingt vorbei. Nach dieser Spielunterbrechung kamen die Luxemburger besser in die Partie. Thomas Verlaque erzielte in der 12. Minute die ersten Punkte für die Heimmannschaft. Er setzte sich auf der linken Seite durch und konnte bis zur Endlinie durchlaufen. Matteo Franzina erhöhte wenig später auf 10:0. So lagen die Luxemburger nach zwanzig Minuten mit 12:0 in Führung.
Beste Defensivleistung
Franzina konnte in der 23. Minute seinen zweiten Versuch erzielen. Ein Mitspieler war zuvor sehenswert an den Norwegern vorbeigelaufen und hatte so auf der rechten Seite den nötigen Platz geschaffen. Noch vor der Pause konnte Anton Agassi mit dem vierten Versuch erhöhen. Dementsprechend ging es mit 24:0 für Luxemburg in die Kabinen zur Halbzeitpause.
Norwegen kam in den ersten 40 Minuten selten zum Zug. Auch Kapitän Anthony Drennan war mit der Defensivleistung zufrieden. „Ich habe noch nie eine so gute Verteidigung von der Nationalmannschaft erlebt.“ Vor allem die Mentalität hob er hervor. „Wir wollten sie überhaupt nicht über die Linie kommen lassen.“
Gute Stimmung
Die anwesenden Zuschauer honorierten die Leistung der Gastgeber. Ballgewinne, erfolgreiche Tacklings und sehenswerte Aktionen wurden mit Applaus und Jubel bedacht. Besonders frenetisch freute sich das Publikum über jeden Punktgewinn der Luxemburger.
Die zweite Hälfte war zunächst durch Spielerwechsel auf beiden Seiten geprägt – mit Denis Logelin musste auch ein Luxemburger nach einer Verletzung vom Feld. In dieser Phase markierte aber auch Franzina seinen dritten Versuch. Kurze Zeit später, in der 48. Minute, konnte allerdings Norwegen aufschließen. Thomas Deom erzielte dann in der 53. den nächsten Versuch für die Hausherren. Nach einer Stunde führte seine Mannschaft mit 36:5.
Fast noch ein Versuch
Die Gastgeber waren nach einer Gelben Karte gegen John Fitzpatrick für zehn Minuten in Unterzahl. Genau in dieser Phase gelang Norwegen der zweite Versuch, Mattia Reuter zog aber in der 74. Minute für Luxemburg nach. Fast wäre der Sieg noch höher ausgefallen – Callum Trees hatte sich körperlich stark gegen die Norweger durchgesetzt. Der polnische Schiedsrichter annullierte aber den Versuch, weil Trees ins Seitenaus gelaufen war. So blieb es beim verdienten 41:12 für Luxemburg – inklusive Bonuspunkt in der Tabelle.
„Man ist natürlich immer zufrieden mit einem Sieg“, sagte der Kapitän nach dem Spiel. Er war jedoch nicht ganz zufrieden mit der Offensivleistung. „Wir hätten einige Details besser machen können.“ Die Angreifer hätten manchmal zu schnell spielen wollen.
Das nächste Ziel vor Augen
„Das ist ein positives Resultat vor unseren Fans“, sagte Nationaltrainer James Kent. In der ersten Hälfte habe seine Mannschaft aber den Ball zu häufig verloren und nach der Pause habe die Disziplin nicht ganz gestimmt. „Hoffentlich können wir vor dem Spiel gegen Finnland daran arbeiten.“
Bis jetzt hat die FLR‑Auswahl ihre Hausaufgaben erledigt. In zwei Spielen sicherte man sich jeweils den Bonuspunkt und steht nun mit zehn Punkten auf Platz 1 der Gruppe A. Nach den zwei Siegen steht im April das letzte Spiel in der Gruppenphase an. „Wir sehen das hier als eine Etappe auf dem Weg, wieder nach oben zu kommen, wo wir hingehören“, so Drennan. Gegen Finnland geht es dann darum, sich für das Aufstiegsspiel zu qualifizieren. Doch die Finnen zu schlagen, wird kein Selbstläufer. In der vergangenen Saison schlugen die Luxemburger die Skandinavier knapp 22:17.
Statistik
Rugby Europe Conference, 2. Spieltag:
Luxemburg - Norwegen 41:12
Die Tabelle:
1. Luxemburg 2 Spiele/10 Punkte
2. Finnland 1/5
3. Norwegen 1/0
4. Estland 2/0
Bereits gespielt:
Estland - Luxemburg 5:106
Nächste Partie:
24. April 2027: Luxemburg - Finnland