Formel 1

WM-Entscheidung in Texas? Antonelli könnte Historisches erreichen

Kimi Antonelli kann am Sonntag beim Großen Preis der USA vorzeitig Formel-1-Weltmeister werden und Geschichte schreiben.

Kimi Antonelli wäre der jüngste Formel-1-Weltmeister aller Zeiten

Kimi Antonelli wäre der jüngste Formel-1-Weltmeister aller Zeiten Foto: dpa/Ng Han Guan

Kimi Antonelli wirkte plötzlich klitzeklein, als er Basketballstar Victor Wembanyama in Texas von seinen geplanten Großtaten in der Formel 1 erzählte. „Ich kämpfe um die Meisterschaft. Wir kommen dem Ziel immer näher“, erklärte der Italiener dem 52 Zentimeter größeren NBA-Giganten beim Training der San Antonio Spurs: „Aber warten wir ab.“

Schon am kommenden Sonntag hat das Warten möglicherweise ein Ende. Beim Großen Preis der USA in Austin (21.00 MEZ/RTL Zwee) hat Antonelli seinen ersten Titel-Matchball – und die Chance auf Historisches: Der 20-Jährige kann sich auf dem Circuit of the Americas zum jüngsten Weltmeister der Formel-1-Geschichte krönen.

Dass Antonelli den viermaligen Champion Sebastian Vettel – der Deutsche war bei seinem ersten Titel (2010) 23 Jahre und 134 Tage alt – in diesem Ranking ablösen wird, scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Antonelli führt die Fahrerwertung vor dem 18. Saisonlauf mit 340 Punkten an. Sein Mercedes-Teamkollege George Russell liegt als erster Verfolger 102 Punkte zurück, Lewis Hamilton im Ferrari hat 111 Zähler Rückstand. Sechs Rennen vor Saisonende sind noch maximal 150 Punkte zu vergeben.

Das Titel-Szenario für Austin ist somit eher ein theoretisches. Antonelli muss das Texas-Rodeo gewinnen, gleichzeitig benötigt er schwache Ergebnisse der Konkurrenten. Russell dürfte maximal Neunter werden, Rekord-Weltmeister Hamilton höchstens Fünfter. Bei den folgenden Rennen in Mexiko oder Brasilien ist es daher wahrscheinlicher, dass die Entscheidung fällt.

„Nichts überstürzen“

So weit möchte Mercedes-Teamchef Toto Wolff aber noch nicht denken. „Es steht viel auf dem Spiel, aber wir wollen nichts überstürzen. Unsere Priorität liegt auf dem bevorstehenden Wochenende“, sagte Wolff: „Wir wollen unsere Arbeit bestmöglich umsetzen, unsere Performance maximieren und jedes Rennen so nehmen, wie es kommt.“

Wie viele Rennen im Anschluss folgen, ist dabei nicht garantiert. Die Saison könnte noch eine ungewöhnliche Wendung bereithalten – und Antonelli gar nicht auf der Strecke Weltmeister werden. Aufgrund des Krieges in der Region sind Zweifel an den beiden abschließenden Rennen in Katar (29. November) und Abu Dhabi (6. Dezember) weiterhin angebracht.

FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem unterstrich vor Austin erneut die Absicht, den Rennkalender nicht zu verändern, und versuchte, die Stimmung zu beruhigen. Die volatile Lage am Persischen Golf bleibt aber auch für die Verantwortlichen schwer vorherzusagen.

Im Fall einer kurzfristigen Absage beider Rennen gäbe es allerdings nur einen Grand Prix als Ersatz: Im italienischen Imola – Austragungsort für das erklärte Heimrennen von Antonelli – werden Vorkehrungen dafür getroffen. (SID)

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