Damen-Volleyball
Vorschau auf die Saison: Mamer ist großer Favorit auf die eigene Nachfolge
Am Samstagabend beginnt die neue Saison im Volleyball. Mit der vergangenen Spielzeit hatte sich die Novotel League verabschiedet und meldet sich unter dem Namen Mixvoip League zurück: Der Sponsor hat gewechselt, ansonsten bleibt alles beim Alten. Titelverteidiger Mamer geht als Favorit in die Saison.
Mamer ist Favorit auf den Meistertitel Foto: Editpress/Gerry Schmit
Vor einer Woche bekam man im Supercup die ersten Eindrücke vom amtierenden Meister Mamer und Vizemeister Walferdingen. In dem Duell hat sich Mamer bereits den ersten Titel der neuen Saison geschnappt – und ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen, kann man sagen, dass Mamer auch in der Meisterschaft wieder als großer Favorit gilt. Und zwar aus einem einfachen Grund: Mamer war schon vergangene Saison die überlegene Mannschaft und konnte, mit einer einzigen Ausnahme – die albanische Mittelblockerin Sara Hasku ist in die USA abgewandert – die Stammformation halten. Hasku wurde durch die 28-jährige Argentinierin Paula Verardo Mendez ersetzt. Von ihrer Stärke konnte man sich schon im Supercup überzeugen.
Dazu wurde die luxemburgische Nationalspielerin Julie Teso, aus der zweiten deutschen Bundesliga Pro kommend, als Zuspielerin verpflichtet, da Lindsay Dowd etwas kürzertreten will. Teso ist aber erst ab dem 1. Dezember spielberechtigt, da sie keinen Wechsel beantragt hatte. So lange bleibt Dowd am Ball. Der neue Trainer Ivo Iliev, aus Petingen kommend, hatte des Weiteren mit Rusena Linord eine routinierte Spielerin im Gepäck. Mit Natalia Serwin (Fentingen), Margarita Mukhamedieva (Strassen) und Ina Sitar Hafner (Bartringen) ergänzen drei junge Spielerinnen den Kader. Sie sollen für die Zukunft aufgebaut werden. Martine Emeringer und Joëlle Gelhausen haben ihre Karriere in der ersten Mannschaft beendet.
Hinter Mamer beginnt das Mittelfeld
Ein richtig ernster Herausforderer deutet sich im Moment nicht an. Es handelt sich hinter Mamer eher um ein ähnlich starkes Mittelfeld aus fünf Teams, das, ab dem zweiten Tabellenplatz, um eine Play-off-Teilnahme spielt. Zuerst ist da Walferdingen. Der größte Kontrahent von vergangener Saison wird diesmal wohl etwas kleinere Brötchen backen müssen. Trainer Lolo Van Elslande hat nicht weniger als sieben Spielerinnen des letztjährigen Kaders verloren. Allen voran die langjährige Kapitänin und Zuspielerin Nathalie Braas, die sich nun um die klubinterne Jugend kümmern und ihr Können und Wissen weitergeben will. Des Weiteren hat Libero Caroline Martin ihre Sportschuhe an den Nagel gehängt. Noa Reiland, Myroslava Klopota, Maeva Muhovic und Martina Fraschetti sind studienhalber abgewandert und Camille Esselin ist nach Esch gewechselt. Als neue Zuspielerin fungiert die Französin Louise Narbonne, aus Rennes kommend. Esselin ersetzen soll Ashley Fantazia (Portugal), die bisher in Strassen spielte. Kim Ottelé und Georgia Vaccino (beide Gym) sowie einige junge Eigengewächse ergänzen den Kader.
Walferdingen, hier im Supercup gegen Mamer, muss sieben Abgänge verkraften Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Auch bei der Gym hat sich der Kader doch sehr gelichtet. Trainer Fabio Aiuto musste unter anderem die Liberoposition neu besetzen: Mit Laura Giamporcaro (schwanger), Morena Greco (Bartringen), Laila Kinsch (Esch) und Marie Richartz – Libero der Nationalmannschaft –, die ihre Studien in Aachen aufgenommen hat, stehen gleich vier nicht mehr zur Verfügung. Als Ersatz wurden die Italienerin Erika Liaci (London) und die junge Anouk Schuster (Amber/Lënster) verpflichtet. Ansonsten sind alle Spielerinnen an Bord geblieben. Gym könnte sich als stärkster Kontrahent von Mamer erweisen.
Ein weiterer Kandidat fürs Play-off ist Esch. Das Team aus dem Süden hat aufgerüstet. Aicha Schneider, nach einem Jahr in Freisen (2. deutsche Bundesliga Pro), und Laila Kinsch (Gym) sind nach einer Saison wieder an alte Stätte zurückgekehrt. Von Walferdingen kommt Nationalspielerin Esselin, aus Petingen Gabriela Angelova, die den Angriff verstärken sollen. Auffällig ist, dass alle Transfers der vergangenen Saison nicht mehr im Kader sind. Aber alle wichtigen Spielerinnen sind geblieben. Nun gilt es für Trainer Juan Blanco, aus diesen durchwegs guten Spielerinnen ein Team zu bilden.
Starker Neuzugang für Steinfort
Zwei weitere Mannschaften schielen auf das Play-off. Steinfort ist es gelungen, mit einer einzigen Spielerin den Kader aufzumotzen: Alexandra Dascalu, die ältere Tochter von Trainer Pompiliu und Schwester von Sylvana, hat ihre lange Profikarriere – hauptsächlich in der Ligue A in Frankreich – beendet und ist nach Steinfort gezogen, wo sie dem seit einigen Jahren schwächelnden Team wieder auf die Sprünge helfen will. Dies könnte ihr auch durchaus gelingen. Und zwar mit Hilfe der beiden aus Spanien kommenden argentinischen Spielerinnen Carolina Paladino und Noeli Giacomino. Mit Emma Hodzic, Millie Boudot (beide Bartringen) und Yana Kremer (Walferdingen) haben sich noch drei junge Spielerinnen Steinfort angeschlossen. Allerdings kann Dascalu nicht mehr auf die sogenannte „alte“ Garde (Laura Palgen, Kelly Schmit, Michelle Clemen, Kim Godart und Anne Heinen) zurückgreifen, die allesamt nicht mehr zur Verfügung stehen. Und Tamie Boudot, die ältere Schwester von Millie, befindet sich studienhalber in den USA, wo sie ein Stipendium am Catawba College in North Carolina erhalten hat. Genau wie in Esch muss auch hier das neue Team erst zusammenfinden.
Gym um Trainer Fabio Aiuto könnte sich diese Saison als stärkster Herausforderer erweisen Foto: Editpress/Gerry Schmit
Ähnlich ist die Konstellation von Bartringen. Hier sind einige Nachwuchsspielerinnen nicht mehr dabei, genau wie Mélanie Goossens aus familiären Gründen. Trainer Georgi Sabchev stehen aber einige Neuverpflichtungen zur Verfügung, die es nun einzubauen gilt. Aus Petingen kommt, mit Isabelle Frisch, eine Spielerin, die mit ihrer Routine jedem Team weiterhelfen kann. Des Weiteren hat sich Libero Morena Greco (Gym) Bartringen angeschlossen. Eine weitere Verstärkung, die Ex-Nationalspielerin Sarah Wolf, kommt aus Salzburg (AUT), ist aber erst ab dem 1. Dezember spielberechtigt. Eine Position, der Mittelblock, bereitet dem Trainer noch Kopfzerbrechen, da einige Spielerinnen noch nicht zur Verfügung stehen.
Vom Abstieg bedroht
Rechtmäßiger Aufsteiger war nach der vergangenen Saison Fentingen, als Vizemeister der 1. Division. Man sollte Echternach, den Absteiger, ersetzen. Da allerdings Petingen für die höchste Liga absagte, war ein Platz in der Mixvoip League frei und damit durfte Echternach bleiben.
Fentingen, 2021/2022 abgestiegen, ist endlich wieder oben angekommen. Trainer Marko Zlatic steht ein aus älteren und jüngeren Spielerinnen zusammengesetztes Team, fast alle im Verein aufgebaut, zur Verfügung. Es fällt auf, dass keine Spielerin im Alter zwischen 19 und 27 Jahren im Kader steht. Ob diese Konstellation am Ende der Saison seine Früchte trägt, könnte man durchaus bezweifeln.
Als achtes und letztes Team steht Echternach nur mit Glück noch in der ersten Liga. Hier haben sich zwei Spielerinnen aus dem Spielbetrieb zurückgezogen (Sarah Wiesen und Klaudia Deliallisi) und die Zuspielerin Chenay Gladstone ist in die USA zurückgekehrt. Nun will man wieder verschärft auf die eigene Jugend setzen. Mit der jungen Lena Gaffiné kommt die bisher einzige Neuverpflichtung aus Walferdingen. Man verhandelt allerdings noch mit einer ausländischen Verstärkung, um neben Kapitänin Anne-Catherine Bollendorff das Team auf dem Spielfeld anzuführen. Neu ist außerdem der brasilianische Trainer Guilherme Bevilacqua, dem nun die Aufgabe zufällt, ein Team zu formen, das am Ende der Saison den Abstieg vermeiden kann. Es scheint wohl in die Richtung zu laufen, dass Fentingen und Echternach um den siebten Platz kämpfen werden, der erlaubt, über ein eventuelles Relegationsspiel den Abstieg zu vermeiden.
Mamer
Trainer: Ivo Iliev
Spielerinnen: Catherine Aymot, Alyssa Ballenger, Hana Cubonova, Zuzana Curna, Marlène Da Costa, Lindsay Dowd-Braas, Vanessa Koos, Rusena Linord, Margarita Mukhamedieva, Anne Neu, Natalia Serwin, Ina Sitar Hafner, Julie Teso (ab 1.12.25), Paula Verardo
Walferdingen
Trainer: Lolo Van Elslande
Spielerinnen: Polina Bratuhhina-Pitou, Joanna Junker, Ashley Fantazia, Leyli Kafai El-Khorassani, Louise Narbonne, Kim Ottelé, Ornella Salsi, Chloé Sautereau, Marie Schaack, Lilly Tarantini, Elena Topputi, Georgia Vaccino, Lisa Wollmering
Gym
Trainer: Fabio Aiuto
Spielerinnen: Nissi Bokungu, Francesca Colzani, Annemarie Dossow, Shona Fraser, Carlotta Kauka, Rebekka Klerf, Adriana Lepicka, Erika Liaci, Lara Picht, Laura Ruellan, Nadja Schaus, Cindy Schneider, Kylie Schubert, Anouk Schster, Ilène Tutucci
Esch
Trainer: Juan Blanco
Spielerinnen: Gabriela Angelova, Kelsey Chambers, Camille Esselin, Greta Karotam, Laila Kinsch, Lara Nawrocki, Alessia Pinna, Katrina Reuter, Eszter Santosi-Toth, Aicha Schneider, Anne Spanier, Brenda Tucci, Elisa Vasta, Anna Vosahlo, Elina Wolf
Steinfort
Trainer: Pompiliu Dascalu
Spielerinnen: Liz Beffort, Millie Boudot, Alexandra Dascalu, Silvana Dascalu, Eline Delcourt, Julie Erpelding, Noémie Erpelding, Carla Frank, Noeli Giacomino, Emma Hodzic, Yana Kremer, Pauline Muller, Carolina Paladino, Maida Tubic
Bartringen
Trainer: Georgi Sabchev
Spielerinnen: Giorgia Alfieri, Yasmin Constantin, Isabelle Frisch, Alice Galoppo, Morena Greco, Andreea Grosu, Caroline Lommel, Andjelina Milic, Carole Nicolas, Chiara Olliges, Jennifer Petiteville, Veronica Rusich, Kseniia Zuieva, Olha Vlasova, Sarah Wolf (ab 1.12.2025),
Fentingen
Trainer: Marco Zlatic
Spielerinnen: Julia Gorjaska, Luisa Guglielmina, Philippa Hesketh, Chiara Jentges, Helena Lebkowska, Dominika Lekawska, Valentina Lo Re, Tara Mac Neill, Sadio Magassa, Danielle Mander, Alizée Markovski, Maria Molina, Filippa Nau, Emma Peters, Emmanuelle Raskin, Simona Romanazzi, Lena Vogt, Claudia Zanino
Echternach
Trainer: Guilherme Bevilacqua
Spielerinnen: Anna-Catherine Bollendorff, Sindi Deliallisi, Romina Disciglio, Lena Gaffiné, Nelly Hau, Emma Hilger, Laura Kartheiser, Lana Kremer, Maya Kremer, Laura Laera, Alexandra Lucas, Jolina Marchione, Saskia Nusbaum, Hana Soric, Annica Thiel, Kseniya Tikhonova, Sophie Wildgen
Programm
1. Spieltag, am Samstag:
18.00: Mamer - Echternach
19.00: Steinfort - Gym
19.00: Esch - Bartringen
Am Sonntag:
19.00: Walferdingen - Fentingen