Fußball-WM

Von Trinkpausen, Stars und Trump: Welche Erkenntnisse liefert die WM-Vorrunde?

Die Stars liefern, der Modus verwirrt, Donald Trump hält sich (noch) zurück: Kurz vor dem Abschluss der WM-Vorrunde blickt der SID auf erste Erkenntnisse.

Hydration Break während eines sportlichen Wettkampfs – kurze Trinkpause zur Leistungssteigerung und Gesundheitsschutz

Viel diskutiert: die „Hydration Break“ Foto: AFP/Dean Mouhtaropoulos

Die Stars

Lionel Messi ist nun WM-Rekordtorschütze und nährt die argentinischen Hoffnungen auf den nächsten Titel, Vinicius Junior trägt die Brasilianer durchs Turnier – und auch Erling Haaland, Kylian Mbappé, Lamine Yamal oder Cristiano Ronaldo treffen. Die Stars prägen die WM-Vorrunde, auf der größten Bühne drehen sie besonders auf. Für Harry Kane gilt das jedoch nur mit Abstrichen, sein Fehlschuss aus wenigen Metern verhinderte jüngst den nächsten Sieg Englands. Auch beim deutschen Team läuft es bei den Unterschiedsspielern bislang nicht. Jamal Musiala und Florian Wirtz sind noch auf der Suche nach ihrem Rhythmus – und darunter leidet auch die Mannschaft. Dies unterstreicht den Stellenwert der Topstars.

Trinkpausen

Oder auch „Hydration Break“. Offiziell wegen hoher Temperaturen eingeführt, wird das Spiel auch bei Regen oder geschlossenem Dach unterbrochen. Für die Trainer bietet das die Gelegenheit, taktische Anpassungen vorzunehmen, die Pausen brechen aber auch den Rhythmus des Spiels. Und: Es drängt sich der Verdacht auf, dass diese Pausen vor allem für Werbeblöcke während der TV-Übertragungen gewollt sind. Zusätzliche Einnahmen sind der FIFA immer recht.

Ticketpreise

Dies unterstreichen die hohen Kosten für Eintrittskarten. Oft werden mehr als 1.000 Dollar fällig, in vielen Fällen werden die Tickets noch teurer verkauft. „Normale“ Fans können sich das schwer leisten, dennoch wurde beim deutschen Gruppenfinale gegen Ecuador am Donnerstag ein WM-Zuschauerrekord aufgestellt. 3.605.357 Menschen besuchten die ersten 56 Partien, damit wurde die bisherige Bestmarke der WM 1994 in den USA (3.587.538 Fans) übertroffen.

Die Gastgeber

Wenngleich Kanada und die USA ihre letzten Gruppenspiele verloren haben, haben sie eine Begeisterung im Land entfacht und sich den Einzug in die K.-o.-Runde verdient. Auch Mexiko ist weiter und das ist gut für die Stimmung.

Die Kleinen

Das 7:1 von Deutschland gegen Curacao ließ das Schlimmste befürchten, doch einen derartigen Klassenunterschied gab es bislang höchstens noch beim 5:0 Portugals gegen Usbekistan. Ansonsten gilt: Die „Kleinen“ bereichern die WM und unterstreichen ihre Daseinsberechtigung. Haiti lieferte Marokko jüngst einen spannenden und spektakulären Schlagabtausch. Torhüter Vozinha wurde mit seinen Paraden beim 0:0 gegen Spanien zum Volkshelden der Kapverdischen Inseln.

Der Modus

Dass die acht besten Gruppendritten weiterkommen, führt zu viel Rechnerei. Im Regelwerk finden sich 495 verschiedene Varianten, welcher Gruppendritte gegen welchen Gegner spielt. Mehr noch: Manche Teams wissen bis zum Schluss nicht, ob sie nun raus sind oder doch weitermachen dürfen. Der komplexe Modus, der aufgrund der Teilnehmerzahl nötig ist, verwirrt immens.

Die Politik

Die Befürchtungen, dass insbesondere US-Präsident Donald Trump die WM-Bühne für seine Inszenierung nutzt, haben sich bislang nicht bewahrheitet. Zwar wird er bei der Siegerehrung den WM-Pokal überreichen, ansonsten ist er nicht in Erscheinung getreten. Auch die US-Einwanderungsbehörde ICE hält sich zurück. Zudem lockerte die US-Regierung die Restriktionen für die Iraner, die zu ihrem letzten Vorrundenspiel zwei Tage vorher einreisen durften. Im Fall des ghanaischen Profis Thomas Partey, dem die Einreise nach Kanada verwehrt wurde, sieht es anders aus: Partey ist wegen des Verdachts der Vergewaltigung angeklagt, es handelt sich also um einen Einzelfall. (SID)

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