Radsport
Vingegaard in Katalonien eine Klasse für sich
Der Däne Jonas Vingegaard hat die schwere fünfte Etappe der Katalonien-Rundfahrt gewonnen und ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz gesendet. Die Luxemburger verloren am Freitag viel Zeit.
Jonas Vingegaard distanzierte die Konkurrenz Foto: AFP/Josep Lago
Katalonien-Rundfahrt (ESP/2.UWT): 99 Tage vor dem Start der Tour de France war der zweimalige Tourchampion Jonas Vingegaard eine Klasse für sich. Der Däne vom Team Visma-Lease a Bike, der jüngst schon die Rundfahrt Paris-Nice gewonnen hatte, siegte am Freitag mit deutlichem Vorsprung vor dem Österreicher Felix Gall (0:51/Decathlon CMA CGM) und dem zeitgleichen Franzosen Lenny Martinez (Bahrain-Victorious). Belgiens Superstar Remco Evenepoel verlor auf dem 16,9 Kilometer langen Schlussanstieg mit durchschnittlich sieben Prozent Steigung als Sechster 1:38 Minuten und damit auch das teaminterne Red-Bull-Duell gegen den Deutschen Florian Lipowitz, der Vierter wurde. Bei der Tour soll er mit Lipowitz eine Doppelspitze bilden, eine klare Kapitänsrolle ist zunächst nicht vorgesehen. Auch in der Gesamtwertung hat Vingegaard nun den Sieg vor Augen. „Das war eine harte Etappe. Wir hatten einen Plan. Ich habe mich am letzten Anstieg richtig gut gefühlt“, sagte Vingegaard. Mit einem so großen Vorsprung habe er nicht gerechnet. Die Rundfahrt endet am Sonntag in Barcelona, vorher wartet am Samstag noch eine anspruchsvolle Bergetappe über 158,2 Kilometer von Berga nach Santuari de Queralt. „Ich liebe es, große Rennen zu gewinnen. Es ist eine gute Vorbereitung für das, was noch auf mich zukommt“, betonte der Däne. Aus luxemburgischer Sicht verloren Bob Jungels (Ineos Grenadiers) und Mats Wenzel (Kern Pharma) am Freitag viel Zeit. Jungels überquerte die Ziellinie 28:37 Minuten hinter Vingegaard als 94., Wenzel wurde 130. auf 32:22 Minuten. Mathieu Kockelmann (Lotto Intermarché) fuhr die Etappe nicht zu Ende.
E3 Saxo Classic (BEL/1.UWT): Der niederländische Radstar Mathieu van der Poel hat nach erneutem Solo im dritten Jahr in Folge das belgische Eintagesrennen gewonnen. Bei der 208,5 km andauernden Kraftprobe über Hügel und Kopfsteinpflaster rund um Harelbeke setzte sich der 31-Jährige vom Team Alpecin-Premier Tech letztlich aber nur knapp vor seinen Verfolgern Per Strand Hagenes aus Norwegen (Visma-Lease a Bike) und Florian Vermeersch (Belgien/UAE Emirates-XRG/beide +0:05 Minuten) durch. Bei seinen Siegen 2024 und 2025 hatte van der Poel jeweils nach beeindruckendem Solo mit viel Abstand gewonnen, diesmal kam der Niederländer nach zwischenzeitlichem Vorsprung von fast einer Minute aber noch mal gehörig ins Schwitzen. Rund einen Kilometer vor Schluss betrug sein Vorsprung auf die vierköpfige Verfolgergruppe kurzzeitig nur noch 30 Meter. Für van der Poel ist es bereits der 60. Sieg seiner Karriere. Der Luxemburger Arthur Kluckers (Tudor Pro Cycling) überquerte die Ziellinie am Freitag 6:51 Minuten hinter dem Niederländer auf Platz 106.