Volleyball

Vier Kapitäne, ein Ziel: Der Meistertitel

Am Samstag stehen die ersten Finalspiele der Damen und Herren im Volleyball an. In der Best-of-three-Serie müssen zwei Siege her, um den Titel feiern zu dürfen. Das Tageblatt hat sich vor Spiel 1 mit den jeweiligen Kapitänninen und Kapitänen unterhalten.

Adri Arapi und VC Lorentzweiler feiern selbstbewusst vor dem Volleyball-Finale erfolgreiches Teamspiel

Adri Arapi und der VC Lorentzweiler gehen mit breiter Brust ins Finale Foto: Editpress/Gerry Schmit

Adri Arapi (VC Lorentzweiler): „Wir sind noch nicht fertig“

Obwohl Strassen die letzten fünf Jahre den Titel feierte und auch in diesem Jahr zumindest in der Meisterschaft noch ungeschlagen ist, gibt sich Adri Arapi nicht mit der Außenseiterrolle zufrieden. „Im November hätte ich zugestimmt, dass Strassen der Favorit ist“, sagt der 28-Jährige. „Jetzt aber nicht mehr. Wir haben Selbstvertrauen: wir sind Pokalsieger, haben Bartringen im Finale geschlagen und das Team ist stärker denn je. Wir sind wirklich sehr motiviert.“

Lorentzweiler hat damit die historische Chance, das erste Double der Vereinsgeschichte und die zweite Meisterschaft nach 2005 zu feiern. „Wir haben den Pokal in der Tasche, aber wir wissen auch, dass wir noch nicht fertig sind.“

In der regulären Meisterschaft hat sich Strassen zwei Mal knapp 3:2 durchsetzen können. „Wenn man so knapp verliert, ist es schwer zu sagen, woran es letztendlich gelegen hat. Ich denke, wenn es so eng ist, dann gewinnt die Mannschaft, die weniger Fehler macht. Es wird nun in den Finalspielen aber nicht nur auf das reine Volleyball ankommen. Es wird darum gehen, den Fokus hoch zu halten, sich nicht von Emotionen leiten zu lassen sowie geduldig und ruhig zu bleiben.“

Wie Lorentzweiler den amtierenden Meister schlagen will, möchte Arapi nicht verraten. „Ich rede lieber über unsere Stärken und das ist die Tamarbeit. Auch unsere Bank ist stark, sodass wir uns jederzeit verbessern können. Aber klar ist auch, dass Strassen ein starkes Team ist. Dennoch werden wir alles geben, um am Ende den Titel zu holen.“

Boris Milosevic (VC Strassen): „Wir sind in Luxemburg immer Favorit“

Boris Milosevic will auch dieses Jahr wieder den Titel feiern

Boris Milosevic will auch dieses Jahr wieder den Titel feiern Foto:Editpress/ Jeff Lahr

Die Situation fühle sich vor dem diesjährigen Meisterschafts-Finale schon ein wenig anders an, das gibt Boris Milosevic zu. „Ich will nicht sagen, dass der Druck höher ist. Aber klar, in den letzten Jahren hatten wir zu diesem Zeitpunkt immer schon ein Titel.“ In diesem Jahr droht Strassen, dem Dominator der letzten Jahre im luxemburgischen Volleyball, eine titellose Saison. Den Supercup verlor man gegen Fentingen (2:3), im Pokal war im Achtelfinale gegen Diekirch (1:3) schon früh Schluss.

Trotzdem: durch die Liga ist Strassen bislang sowohl in der regulären Saison als auch in den Playoffs ohne Niederlage durchmarschiert. „Wir fühlen uns gut. Wir sind in Form, die Trainings sind gut. Wir sind bereit für die Finalspiele und wollen den Titel“, gibt Milosevic unmissverständlich zu verstehen.“

Die Favoritenrolle nimmt er dabei gerne an. „Ich denke, dass wir in Luxemburg immer Favorit sind. Das haben wir gezeigt. Dann muss ich aber dazu sagen, dass Lorentzweiler wirklich stark ist. Sie waren in beiden Spielen in der regulären Saison wirklich gut, wir haben nur durch Kleinigkeiten gewonnen.“ Strassen hatte sich zwei Mal knapp 3:2 durchsetzen können, was also Spannung im Finale verspricht.

Gerade bei so knappen Ergebnissen werden am Ende auch die Nerven eine Rolle spielen, sagt der Strassener Kapitän. „Die mentale Vorbereitung ist für mich gleichzusetzen mit der physischen Vorbreitung. Wir wissen, wie man Finals spielt. Aber wir wissen auch, dass ein Finale nochmal was anderes als ein normales Spiel ist.“

Cindy Schneider (Gym Volley): „Hungrig auf weiteren Titel“

Cindy Schneider und Gym feiern gemeinsam den Gewinn des Doubles im Sportstadion

Cindy Schneider und Gym wollen das Double feiern Foto: Editpress/Luis Mangorrinha

Das letzte Mal, dass Gym einen Titel gewonnen hat, war 2012. Damals machten die Spielerinnen von Präsident Carlo Hastert das Double. Und genau das könnte ihnen dieses Jahr wieder gelingen. Gym hatte diese Saison Startschwierigkeiten, die bis in den Dezember anhielten. „Oft konnten wir unser wahres Niveau nicht zeigen“, so die Kapitänin Cindy Schneider. Ein letztes Spiel verlor man gegen Steinfort, dann lief es immer besser, auch Mamer konnte im Rückspiel besiegt werden. Ende Februar konnte dann im Pokal der erste Titel abgestaubt werden. „Aber trotzdem bleibt Mamer der Favorit“, so Schneider bescheiden. „Aber auch der Favorit ist nicht unbesiegbar.“

Im Pokalfinale hat Gym bewiesen, dass man bis zum Schluss kämpfen kann und nie aufgibt. „Und genau dies hat uns gestärkt und soll uns auch nun in den verbleibenden Spielen helfen.“ Einen groβen Vorteil hat man auf den Gegner: „Wir haben eine ziemlich breite und starke Bank und damit die Möglichkeit, schnell zu reagieren, wenn jemand schwächelt, ohne dass gleich das Mannschaftsgefüge zusammenfällt.“ Gym wusste, dass man ab Januar zwei Spielerinnen wegen Erasmus verlieren würde, hatte sich aber schon früh umgesehen, um sie zu ersetzen. „Dass wir eine zweite Spielerin eher durch Zufall dazu bekamen, war einfach Glück.“ Die US-Amerikanerin Alexis Diaz, von der hier die Rede ist, kann in sämtlichen Angriffspositionen eingesetzt werde, da wo gerade Not an der Frau ist.

Die Vorbereitung der Mannschaft von Cents verlief wohl ähnlich wie die des Gegners. „Neben den üblichen Trainingseinheiten vor einem Saisonhöhepunkt, wie das Aufarbeiten der kleinen individuellen Schwächen und dem Unterhalt der jeweiligen Stärken, wurden wir natürlich vom Trainer taktisch auf den Gegner eingestellt. Viele Trainingsspiele haben uns geholfen, dies auf dem Feld umzusetzen und auch den Spielrhythmus wiederzufinden. Wir sind bereit fürs Double.“

Vanessa Koos (VC Mamer): „Müssen als Team funktionieren“

Vanessa Koos und Mamer kämpfen gemeinsam für die Meisterschaft zur Rettung der Saison im Handball

Vanessa Koos und Mamer wollen die Saison mit der Meisterschaft noch retten Foto: Editpress/Jeff Lahr

Am Anfang der Saison war für die Volleyball-Familie klar, dass Mamer erster Anwärter auf seine eigene Nachfolge sei. Aber dann begann irgendwann der Favorit zu straucheln. Pokal-Aus und Niederlagen gegen die direkten Verfolger zeigten eine Schwächephase von Mamer an. Doch die Kapitänin Vanessa Koos glaubt weiterhin an ihr Team: „Wir sind als Leader der regulären Saison herausgegangen, warum sollten wir unsere Favoritenrolle verloren haben?“ Allerdings weiβ sie auch, dass der Finalgegner Gym sich im Laufe der Saison stark weiterentwickelt hat und auch, dank zweier Neuverpflichtungen im Dezember, ein sehr starker Herausforderer ist, der verdient im Finale steht. „Beide Teams bringen viel Qualität mit. Wir werden sicher sehr enge und spannende Spiele erleben.“

Mamer will mit dem Meistertitel seine Saison noch retten und hat sich dementsprechend vorbereitet. „In den letzten drei Wochen haben wir uns taktisch auf den Gegner eingestellt. Andererseits haben wir allerdings auch die individuelle Arbeit an unseren jeweiligen Schwächen nicht vergessen und haben unsere Stärken noch ausgebaut. Wir werden mit gesundem Selbstbewusstsein aufs Feld gehen. Dort wollen wir unsere beste Leistung abrufen und als Team funktionieren. Nur wenn jede ihren Beitrag bringt, können wir das Spielniveau der verletzten Alyssa Ballenger in etwa wettmachen.“

Koos ist auch bewusst, dass der Aufschlag der erste Angriff beim Volleyball ist. „Wir haben viel daran gearbeitet, mir erhöhtem Druck beim Aufschlag, trotzdem die Fehlerquote so tief wie möglich zu halten. Aber wer ein höheres Risiko fährt, nimmt natürlich auch Fehler in Kauf. Doch dies muss in einem vertretbaren Rahmen liegen.“ Koos wäre nicht überrascht, wenn der Sieger über drei Spiele gehen müsste. „Am Ende wird sich wohl derjenige durchsetzen, der in den entscheidenden Momenten konzentrierter ist und mental stabil bleibt.“

Im Überblick

Damen
Erstes Finalspiel (Best-of-three-Serie):
Samstag 17.30 Uhr:
Mamer – Gym

Spiel um Platz 3, Sonntag 17.30:
Steinfort – Walferdingen

Play-down
Samstag 16.00:
Esch – Echternach
Sonntag 16.00:
Fentingen – Bartringen

Tabelle
1. Esch (2 Spiele/25 Punkte)
2. Bartringen (2/21)
3. Echternach (3/7)
4. Fentingen (3/3)

Herren
Erstes Finalspiel (Best-of-three-Serie):
Samstag 20.00:
Strassen – Lorentzweiler

Spiel um Platz 3, Sonntag 20.00:
Bartringen – Diekirch

Play-down
Samstag 14.00:
Esch – Echternach
Samstag 15.30:
Amber-Lënster – Fentingen

Tabelle
1.Fentingen (3 Spiele/27 Punkte)
2. Echternach (3/19)
3. Esch (3/6)
4. Amber-Lënster (3/3)

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