Tageblatt Flèche du Sud

Vielversprechende Zukunft: Luxemburger Duo Wenzel und Wallenborn auf dem Podest

Seit 1981 hatte es kein Luxemburger Duo mehr geschafft, gemeinsam auf dem Podium der Tageblatt-Flèche du Sud zu stehen. In der diesjährigen 75. Ausgabe war es nun wieder so weit: Mats Wenzel fuhr im Trikot der Nationalmannschaft auf Rang zwei, während sich Arno Wallenborn vom Team Lotto Kern-Haus Outlet Montabaur über Platz drei freuen durfte.

Mats Wenzl und Arno Wallenborn freuen sich gemeinsam über ihre zweiten und dritten Plätze beim Wettbewerb

Mats Wenzel (links) wurde Zweiter und freute sich mit Arno Wallenborn (rechts) über ihre Podiumsplatzierungen Foto: Editpress/Luis Mangorrinha

Zwei Luxemburger haben es bei der 75. Tageblatt-Flèche du Sud auf das Podium geschafft. In der ganzen Historie ist dies davor erst zehn Mal gelungen, zuletzt 1981, als Conny Neiertz gewann und Francis Da Silva Dritter wurde. Der letzte Luxemburger auf dem Podest des Rennens war übrigens Joël Zangerle 2014.

Am Ende waren drei Radsportler zeitgleich fünf Sekunden langsamer als Gesamtsieger Matisse van Kerckhove (Visma-Lease a Bike). Um die Reihenfolge auszumachen, wurden die Platzierungen aller fünf Etappen addiert. Mats Wenzel wurde im Trikot der Nationalmannschaft 29., 34., 3., 5. und 13. und kommt damit auf eine Summe von 84. Arno Wallenborn (Lotto Kern-Haus Outlet Montabaur) kommt auf eine Summe von insgesamt 166 (88., 42., 2., 11. und 23.) und Anton Schiffer (Visma-Lease a Bike) muss sich mit der höchsten Summe von 188 (46., 79., 4., 34. und 25.) als Vierter zufriedengeben.

Wenzel bestätigt Favoritenrolle

Wenzel ging dabei als Favorit auf ein Top-Platzierung ins Rennen – und lieferte. Der 23-Jährige zeigte bereits im vergangenen Jahr bei mehreren ProSeries-Rennen, dass er bei solchen Etappenrennen vorne mitfahren kann. Das Arctic Race of Norway beendete er als 10., die Tour of Britain als 20. und bei der Tour de Luxembourg wurde er 19. Zum ersten Mal klappt es in seiner Karriere bei einem Profi-Rennen nun auch mit einem Podestplatz.

„Ich freue mich sehr“, sagte Wenzel. „Vor dem Rennen hätte ich das so unterschrieben. Es ist cool, dass mit Arno und mir dann zwei Luxemburger auf dem Podest stehen.“ Fünf Sekunden hatte Wenzel vor der Etappe am Sonntag Rückstand auf den Gesamtführenden. Der Kapitän der Nationalmannschaft versuchte Visma-Lease a Bike am Sonntag noch mal zu gefährden. „In der letzten Runde sind wir All-in gegangen. Meine Teamkollegen haben mich vorne reingefahren, aber ich hatte direkt Matthew Brennan und Matisse van Kerckhove am Hinterrad. Es war sehr schwer, wegzukommen. Wir haben aber hinten ein Loch gerissen, also es hat schon einigen wehgetan. Wir mussten es probieren, denn am Ende hätten wir es bereut, es nicht wenigstens versucht zu haben.“

Wallenborn empfiehlt sich

Mit der Arbeit seiner jungen Teamkollegen, die allesamt zum ersten Mal auf diesem Niveau Rennen fahren, ist Wenzel mehr als zufrieden. „Wir haben immer Präsenz gezeigt und uns nicht versteckt. Sie waren alle wirklich sehr gut“. Auch auf die Etappe von Samstag kam er noch mal zurück: „Der Motorradfahrer hat am Ende zugegeben, zu nah an den Fahrern gewesen zu sein. Dann ist es okay, auch wenn es meiner Meinung nach ein Fehler von Visma war. Aber es wäre nicht cool gewesen, das Rennen auf so eine Art und Weise zu gewinnen.“

Ein weiterer Luxemburger, der am Sonntag strahlte, war Arno Wallenborn. „Für mich ist das ein großer Erfolg. Dann noch mit Mats zusammen auf dem Podest, wir sind früher zusammen für Schifflingen gefahren. Ich kenne mich auf den Straßen hier aus und dann aufs Podium der Flèche du Sud, eines 2.1-Rennens zu fahren, erhöht den Wert des Resultats.“

Für Arno Wallenborn ist der dritte Platz zweifelsohne das stärkste Ergebnis seiner Karriere. „Am Samstag wäre vielleicht noch nach vorne etwas drin gewesen. Aber wenn ich schaue, dann bin ich auf der Königsetappe Zweiter geworden und so auf dem Papier auch der zweitstärkste Fahrer. Der Fahrer vor mir (Van Kerckhove) hat einen Profivertrag und der hinter mir (Wenzel) auch. Das ist eine Empfehlung von mir für nächstes Jahr.“

Komme, wie es wolle, die luxemburgischen Radsport-Fans dürfen sich auf eine vielversprechende Zukunft freuen. Mit jeweils 23 Jahren sind Wenzel und Wallenborn noch lange nicht an ihrem Leistungszenit angekommen.

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