Formel 1

Verstappen spöttelt und staunt: Mercedes „in sehr guter Position“

Max Verstappen kann mit der neuen Formel 1 nichts anfangen und zeigt das ganz offen. Mercedes hingegen legt den Fokus auf den Sport – und ist die Nummer eins.

Max Verstappen enttäuscht am Steuer seines Formel-1-Rennwagens ohne Fahrspaß aktuell bei Rennen

Max Verstappen hat laut eigenen Aussagen keinen Spaß dabei, sein Auto momentan zu fahren Foto: AFP/Martin Keep

Max Verstappen bemühte sich gar nicht erst, seine Abneigung zu verbergen. Immerhin habe er eine Möglichkeit gefunden, Geld zu sparen, sagte der langjährige Formel-1-Dominator in Shanghai mit einem spöttischen Grinsen im Gesicht: „Ich habe den Simulator gegen meine Nintendo Switch getauscht. Ich trainiere ein bisschen Mario Kart, die Pilze kann ich dort schon ziemlich gut einsetzen.“

Mit der „neuen“ Formel 1 kann der Niederländer einfach nichts anfangen. Die vielen Änderungen wie etwa der Geschwindigkeitsschub per Überholknopf – analog zu den Pilzen im Videospiel – haben in seinen Augen wenig mit echtem Motorsport zu tun. Und Verstappen, dessen Wort Gewicht hat, lässt auch im Vorfeld des zweiten Saisonrennens in China keine Gelegenheit aus, das zu betonen.

Russell gibt sich sehr bescheiden

Ein Stück weit ist seine Abneigung aber auch mit der Unterlegenheit des Red-Bull-Teams zu erklären, denn sportlich gibt nun Mercedes das Tempo vor. Die Silberpfeile seien „in einer sehr starken Position“, gab der beim Auftakt in Melbourne sechstplatzierte Verstappen zu. Wer am Ende der sehr langen Saison den Titel holt, müsse man abwarten.

Natürlich ist die Saison noch sehr jung, am Sonntag (8.00 Uhr MEZ) steht beim Großen Preis von China erst das zweite von 24 geplanten Rennen an. Doch das Pendel schlägt derzeit eindeutig in Richtung der Silberpfeile aus, über die zwar viel geredet wird, die sich aber selbst mit forschen Tönen zurückhalten.

Dass er als WM-Führender nach dem Sieg von Australien nach China gekommen ist, sei „irrelevant“, sagte Mercedes-Pilot George Russell: „Die Weltmeisterschaft bedeutet zu diesem Zeitpunkt überhaupt nichts. Ich freue mich vor allem, dass unser Auto schnell ist und so reagiert, wie wir es erwarten.“

Und doch sind die Parallelen zum Jahr 2014 unverkennbar. Damals, als die Formel 1 die Hybridmotoren einführte, war Mercedes mit dem neuen Regelwerk am besten zurechtgekommen und dann über Jahre dominant. Auch an diesem Wochenende werde es „sehr hart, Mercedes zu schlagen“, sagte Lewis Hamilton, der sechs seiner sieben WM-Titel in dieser Unschlagbar-Ära der Silberpfeile holte und jetzt für Ferrari startet.

„Macht keinen Spaß, das Auto zu fahren“

Ausgerechnet Rekordweltmeister Hamilton und dessen Teamkollege Charles Leclerc haben die Verantwortlichen von Mercedes als größte Gefahr ausgemacht. Ferrari sei in Melbourne „exakt die Rundenzeiten gefahren, die wir auch hatten“, betonte Russell: „Ich glaube, dass viele es im Qualifying nicht optimal hinbekommen haben, aber im Rennen hat sich die wahre Geschwindigkeit gezeigt.“

So auch in China? Am Samstag (4.00 Uhr MEZ) steht der erste Sprint des Jahres auf dem Programm, anders als an „normalen“ Wochenenden gibt es nur ein freies Training für die Feinabstimmung. Spätestens dann muss Verstappen den Fokus auf den Sport legen, momentan sei er „in einem Konflikt“, gab er zu: „Es macht keinen Spaß, das Auto zu fahren, aber ich arbeite wahnsinnig gern mit allen Leuten im Team zusammen.“

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