Radsport

Vernon gewinnt verkürzte Etappe, Kockelmann sprintet auf Platz sieben

Der britische Radprofi Ethan Vernon hat die verkürzte vierte Etappe der Katalonien-Rundfahrt für sich entschieden. Eine starke Vorstellung zeigte am Donnerstag auch Mathieu Kockelmann in Spanien.

Ethan Vernon gewinnt Bergaufsprint, Mathieu Kockelmann rechts auf Platz sieben beim Radrennen

Ethan Vernon gewann im Bergaufsprint, Mathieu Kockelmann (ganz rechts) wurde Siebter Foto: AFP/Josep Lago

Katalonien-Rundfahrt (2. UWT/ESP):

Das erste große Kräftemessen der Stars in den Bergen ist bei der Katalonien-Rundfahrt ausgefallen. Heftige Winde mit bis zu 90 km/h haben eine Bergankunft in 2.143 Metern Höhe in Vallter unmöglich gemacht. Die vierte Etappe wurde auf 151 Kilometer verkürzt und endete bereits in Camprodon im Sprint. Dort holte sich der Brite Ethan Vernon (NSN Cycling) den Tagessieg. Einen starken Auftritt zeigte dabei auch der Luxemburger Mathieu Kockelmann (Lotto Intermarché), der am Donnerstag mit den stärksten Fahrern mitmischte und auf den siebten Platz fuhr. Mats Wenzel wurde als 57. ebenfalls in der gleichen Zeit wie der Tagessieger gewertet. Der Kern-Pharma-Profi hatte zu Beginn der Etappe versucht, den Sprung in die Fluchtgruppe zu schaffen, wurde aber bereits 126 Kilometer vor dem Ziel wieder gestellt. Bob Jungels (Ineos Grenadiers) überquerte die Ziellinie gestern als 136., 1:11 Minuten hinter Vernon. In der Gesamtwertung liegt der Franzose Dorian Godon (Ineos Grenadiers) weiter vorn.

Am Freitag und Samstag können sich aber nun die Rundfahrt-Stars noch in den Bergen messen, wenn die Etappen am Coll de Pal und in Santuari de Queralt enden. Angesichts der hochkarätigen Besetzung um den zweimaligen Tour-de-France-Sieger Jonas Vingegaard aus Dänemark, den belgischen Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel und den britischen Tour-Vierten Oscar Onley sind die Kletterpartien bei der Katalonien-Rundfahrt 100 Tage vor dem Start der Frankreich-Rundfahrt ein wichtiger Formtest. Am Mittwoch hatten sich Evenepoel und Vingegaard bereits mit einer überraschenden Attacke in Szene gesetzt. Der Ausreißversuch war dabei erst am letzten Kreisverkehr durch einen Sturz von Evenepoel jäh gestoppt worden.

Metec Olympia’s Tour (NL/2.2)
Der Italiener Nicolas Milesi (Ineos Grenadiers Academy) hat am Donnerstag das Zeitfahren der Rundfahrt gewonnen. Mil Morang (Lotto Kern-Haus PSD Outlet Montabaur) war nach 10,9 Kilometern 51 Sekunden langsamer und fuhr auf Rang 41. Nach zwei Etappen führt der Däne Kristian Egholm (Lidl-Trek Future) die Gesamtwertung an, Morang belegt Platz 22 auf 52 Sekunden. Das Rennen endet am Sonntag.

E3 Saxo Classic (BEL/1. UWT):
Am Freitag findet mit dem E3 Saxo Classic, das oft als „Mini-Flandern-Rundfahrt“ bezeichnet wird, der nächste große Klassiker statt. Mit den berühmten Anstiegen Paterberg und Oude Kwaremont kommt dieses Rennen dem ersten Kopfsteinpflaster-Monument am nächsten und ist ein zentraler Bestandteil der Frühjahrs-Kampagne vieler Fahrer.

In den Jahren 2022 und 2023 gewann Wout van Aert das Rennen, wobei ihm 2023 vielleicht sein bester Sieg gelang – direkt vor Mathieu van der Poel und Tadej Pogacar. In den letzten zwei Jahren jedoch sicherte sich van der Poel jeweils ungefährdete Siege – 2025 gewann er mit einer langen Solo-Attacke und setzte sich gegen Mads Pedersen durch.

Wie schon am Mittwoch bei der Tour of Bruges wird auch die Witterung eine Rolle spielen: Im Vorfeld wird Regen erwartet, sodass einige Kopfsteinpflaster-Sektoren nass und rutschig sein dürften. Zudem könnte ein Südwestwind auf der Zielgeraden in Harelbeke für Seitenwind sorgen.

Der große Favorit ist Mathieu van der Poel. Sein Sturz bei Mailand-Sanremo war sicherlich nicht ohne Folgen, und möglicherweise ist er noch leicht angeschlagen, doch seine Form dürfte dennoch exzellent sein. Im letzten Jahr dominierte der Niederländer das Rennen gegen einen topfitten Mads Pedersen und Filippo Ganna. Pedersen könnte in diesem Jahr sein ärgster Widersacher werden. Der Fahrer von Lidl-Trek kehrt nach einer längeren Verletzungspause in den Wettkampf zurück, und sein Auftritt bei Mailand-Sanremo war sehr vielversprechend. Doch auf dem Kopfsteinpflaster und den technisch anspruchsvollen Straßen wird sein Handgelenk deutlich stärker getestet werden, was problematisch sein könnte. Weitere Kandidaten, die Van der Poel gefährlich werden könnten, sind Tobias Lund Andresen, Christophe Laporte oder Alec Segaert.

Einziger Luxemburger am Start ist Arthur Kluckers. Der Landesmeister wird alles daran setzen, Tudor-Kapitän Matteo Trentin so lange wie möglich gut zu platzieren.

E3 Saxo Classic (BEL/Junioren):
Vor dem Rennen der Elite wird am Freitag das Junioren-Rennen ausgetragen. 19 Nationalmannschaften gehen an den Start, darunter auch die FSCL-Junioren. Die luxemburgischen Farben vertreten Maximilien Outlet, Ben Koenig, Dave Cichy, Hugo Lambert, Loris Morbé und Loic Gouveia. Neben den Nationalteams gehen noch fünf weitere Club-Teams ins Rennen. (Red.)

Fraktur stoppt Alex Kirsch

Bittere Diagnose für Alex Kirsch: Nach seinem Sturz bei der Tour of Bruges am Mittwoch, wurde bei dem Luxemburger eine Fraktur des Hamatums (Knochen in der Hand) festgestellt. Damit ist die Klassiker-Saison für den Cofidis-Profi frühzeitig beendet.

Im Überblick

105. Katalonien-Rundfahrt, 4. Etappe: Mataro - Camprodon (151 km): 1. Ethan Vernon (GBR/NSN Cycling) 4:01:03, 2. Dorian Godon (F/Ineos Grenadiers), 3. Thomas Pidcock (GBR/Pinarello-Q36.5 Pro Cycling), 4. Brandon McNulty (USA/UAE Emirates-XRG), 5. Magnus Cort (DNK/Uno-X Mobility), 6. David González (ESP/Pinarello-Q36.5 Pro Cycling), 7. Mathieu Kockelmann (L/Lotto Intermarché), ... 57. Mats Wenzel (L/Equipo Kern Pharma) alle gleiche Zeit, ... 136. Bob Jungels (L/Ineos Grenadiers)

Stand in der Gesamtwertung nach 4 von 7 Etappen: 1. Godon 15:30:47 Stunden, 2. Pidcock 0:13 Minuten zurück, 3. Remco Evenepoel (Belgien/Red Bull-Bora-hansgrohe) 0:14, 4. Jonas Vingegaard (Dänemark/Visma-Lease a bike) 0:24, 5. Simone Gualdi (Italien/Lotto Intermarché) gleiche Zeit, 6. Andrea Raccagni Noviero (Italien/Soudal Quick-Step) 0:25, … 107. Jungels 7:37, 108. Wenzel 7:41, … 124. Kockelmann 11:10

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