Leichtathletik-WM
Vera Bertemes-Hoffmann verpasst das Finale, genießt aber den Moment
Vera Bertemes-Hoffmann hat am Freitag aus luxemburgischer Sicht die Hallen-Weltmeisterschaften in Torun (POL) eröffnet. Die 29-Jährige lief in ihrem Vorlauf über 1.500 Meter auf den achten Platz und verpasste den Einzug ins Finale. Den Moment hat sie trotzdem genossen.
Vera Bertemes-Hoffmann hat ihren WM-Auftritt genossen Foto: FLA
Als Vera Bertemes-Hoffmann am Freitagabend die rund 9.000 Zuschauer fassende Arena von Torun betrat, hatte sie ein breites Grinsen aufgelegt. Sie versuchte, den Moment aufzusaugen. „Man vergisst oft, dass die Teilnahme an einer großen Meisterschaft eine Belohnung und etwas Schönes ist“, blickte sie nach ihrem Rennen darauf zurück. In der Mixed-Zone hatte sie immer noch das Lächeln auf den Lippen. „Ich versuche, die Atmosphäre aufzunehmen und in positive Energie umzuwandeln.“
Es ist eine Einstellung, die sie sich vor allem nach den Olympischen Spielen 2024 in Paris, angeeignet hat. Denn der Weg dorthin war mit viel Stress und Druck verbunden. „Das wollte ich nicht mehr haben“, erzählt die 29-Jährige. „Nach den Spielen kam gleich der Moment, wo man sich fragt, was der nächste Schritt ist. Als Sportler will man sich natürlich immer verbessern – oft vergisst man aber, sich über das zu freuen, was man gerade erlebt. Damit kann man auch zufrieden sein – auch ohne sich darauf auszuruhen.“
Diese Einstellung setzte sie in Polen um. Bertemes-Hoffmann ging gleich im ersten von insgesamt drei Vorläufen über 1.500 Meter an den Start. Um sich für das Finale zu qualifizieren, war ein Platz unter den ersten drei nötig. Die Luxemburgerin hielt sich vom Start weg auf den hinteren Positionen des Feldes auf. Das Rennen war taktisch und das Tempo nicht besonders hoch. „Ich hatte sogar das Gefühl, dass wir im Laufe des Rennens immer langsamer wurden. Dementsprechend wusste ich, dass das Tempo auch irgendwann angezogen wird.“
Ausgebremst
Die 29-Jährige belegte in ihrem Vorlauf den achten Platz Foto: FLA
Dieser Moment kam vor den letzten 400 Metern. Die FLA-Athletin versuchte sofort, zu reagieren und sich an den Läuferinnen vor ihr festzubeißen – doch die vor ihr laufende Deutsche Nele Weßel brachte sie aus dem Tritt. „Ich muss mir das Rennen noch mal in der Wiederholung anschauen, um genau zu verstehen, was passiert ist. Ich denke, sie wollte zu schnell rüberziehen, wodurch ich ausgebremst wurde“, erklärte Bertemes-Hoffmann. „Ich bin mir schon bewusst, dass ich nicht so hochschalten kann wie die Läuferinnen ganz vorn – aber ich wollte den Zug mitgehen.“
Als Sportler will man sich immer verbessern – oft vergisst man aber, sich über das zu freuen, was man gerade erlebt
Vorne wurde das Tempo dann aber immer schneller und vor ihr öffnete sich eine Lücke, die sie nicht mehr schließen konnte. Am Ende überquerte sie die Ziellinie als Achte ihres Vorlaufs in einer Zeit von 4:21,90 Minuten – und lag damit knapp fünf Sekunden hinter der französischen Siegerin Agathe Guillemot. Bertemes-Hoffmann verpasst damit das Finale und belegt in der Endabrechnung den 21. Platz. „Ich habe versucht, das Beste rauszuholen, das ist mir auch gelungen.“
Nach ein paar etwas ruhigeren Tagen, geht es für die 29-Jährige nun in einer guten Woche mit einem Trainingslager in Spanien weiter, ehe sie in knapp einem Monat noch ein Rennen über fünf Kilometer auf der Straße bestreitet. Danach richtet sich der Blick Richtung Europameisterschaft im Sommer. Auch in Birmingham will Bertemes-Hoffmann wieder am Start stehen und genießen.
Programm
Am Samstag:
11.12 Uhr: 60 m, Vorläufe (Patrizia Van der Weken)
20.14 Uhr: 60 m, Halbfinale
21.20 Uhr: 60 m, Finale
Am Sonntag:
12.55 Uhr: 60 m Hürden, Vorläufe (Victoria Rausch)
18.52 Uhr: 60 m Hürden, Halbfinale
20.13 Uhr: 60 m Hürden, Finale