Radsport
Van der Poel, der klare Favorit: Fragen und Antworten zur Tour de Luxembourg
Am Mittwoch startet die 86. Ausgabe der Tour de Luxembourg (2. Pro). Als großer Favorit auf die Nachfolge von Brandon McNulty gilt Mathieu van der Poel. Doch wie sieht die Strecke aus? Und haben auch Luxemburger Chancen, vorne mitzufahren? Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die traditionsreiche Rundfahrt.
Auch in diesem Jahr werden sich, ähnlich wie 2024, alle Blicke der Tour de Luxembourg auf Mathieu van der Poel richten Foto: Editpress/Gerry Schmit
Was steht an?
Am Mittwoch beginnt die 86. Tour de Luxembourg (2. Pro). Bis Sonntag kämpfen die Fahrer auf den Straßen des Landes um die Nachfolge des Gesamtsiegers aus dem vergangenen Jahr, Brandon McNulty (UAE).
Wie sieht die Strecke aus?
Andy Schleck, Präsident der Tour de Luxembourg, betonte bei der Vorstellung vergangene Woche, dass es den Organisatoren vor allem darum gehe, das Rennen so lange wie möglich offen zu halten. Das war bereits in den vergangenen Jahren der Fall – und auch dieses Mal dürfte die Entscheidung erst auf der letzten Etappe fallen, die gleich dreimal über den Pabeierbierg führt. Hinzu kommt, dass bei der Tour de Luxembourg unterschiedliche Fahrertypen auf ihre Kosten kommen: Puncheure, Sprinter und Klassikerspezialisten können sich Chancen ausrechnen.
Wer sind die Favoriten auf den Gesamtsieg?
Allen voran gilt Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech) als großer Favorit auf den Gesamtsieg. Der Niederländer will vor seinem letzten Saison-Highlight, dem WM-Rennen in Montreal, noch einmal seine Form testen. Der Weltmeister von 2023 gewann in Luxemburg bereits 2024 die erste Etappe, verfügt über einen starken Punch und hat sich auch im Zeitfahren zu einem Topfahrer entwickelt. Bei der diesjährigen Tour de Suisse (2. UWT) verpasste er den Sieg im Kampf gegen die Uhr nur hauchdünn: Sieger Tadej Pogacar (UAE) war gerade einmal 0,04 Sekunden schneller.
Einer, der Van der Poel gefährlich werden möchte, ist der Italiener Davide Piganzoli vom Team Visma-Lease a Bike. Piganzoli beendete die diesjährige Tour de France auf Rang 14, wurde beim Giro Achter und gewann die Route d’Occitanie (2.1). In den vergangenen beiden Jahren war der Italiener bereits mit Polti bei der Tour de Luxembourg am Start. 2024 wurde er 45., im vergangenen Jahr lag er nach dem Zeitfahren auf Rang 13, ehe er die fünfte Etappe nach einem Sturz aufgeben musste.
Zum Favoritenkreis gehört auch Sören Kragh Andersen von Andy Schlecks Team Lidl-Trek. Der Däne wurde 2023 bereits Sechster in Luxemburg. Nicht vergessen darf man zudem das Team UAE, das seinen Vorjahressieg gerne wiederholen würde. Als heißes Eisen haben sie den Spanier Igor Arrieta dabei, der in diesem Jahr eine Etappe beim Giro gewann. Der 23-Jährige gilt allerdings nicht als Spezialist im Kampf gegen die Uhr. Sicher ist: Wer die Tour de Luxembourg in diesem Jahr gewinnen will, muss an Mathieu van der Poel vorbei.
Ist wieder mit einem luxemburgischen Etappensieg zu rechnen?
Gerne erinnert man sich an das vergangene Jahr zurück: Mathieu Kockelmann gewann damals im Trikot der Nationalmannschaft die zweite Etappe. Auch in diesem Jahr geht er wieder mit dem Nationalteam an den Start – und dürfte erneut die besten Chancen auf einen luxemburgischen Etappensieg haben. Gerade die zweite Etappe mit Ziel in Junglinster dürfte ihm liegen. Allerdings schränkt hauptsächlich die Anwesenheit von Mathieu van der Poel die Siegchancen ein. Der Niederländer gilt auf nahezu jedem Terrain als großer Favorit. Ihn im Sprint zu schlagen, dürfte eine Herkulesaufgabe werden.
Was ist mit den anderen Luxemburgern?
Die Nationalmannschaft ist gut aufgestellt, gehört im Feld mit insgesamt acht WorldTour-Teams allerdings zu den Außenseitern. Für die Luxemburger bietet die Rundfahrt dennoch eine große Bühne, um sich zu präsentieren. Denkbar ist, dass Fahrer wie Loïc Bettendorff oder Noé Ury ihr Glück in einer Ausreißergruppe suchen und möglicherweise um das Bergtrikot kämpfen. Beim Continental-Team Lotto Kern-Haus-Outlet Montabaur stehen mit Arno Wallenborn und Alexandre Kess zwei weitere Luxemburger am Start. Wallenborn erreichte im vergangenen Jahr bei der Tour de Luxembourg Platz 16. Für ihn dürfte insbesondere das Zeitfahren eine Herausforderung werden.